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Zuletzt aktualisiert: 26.07.2010 um 12:43 UhrKommentare

Salzburger Festspiele sind nun offiziell eröffnet

Festspielpräsidentin Rabl-Stadler gedachte zum 50-Jahr-Jubiläum des Großen Festspielhauses seiner drei "Gründungsväter" und der Bundespräsident sprach vor zahlreichen Prominenten aus Politik und Kultur von der Wichtigkeit der Demokratie.

Bundespräsident Heinz Fischer und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler halten die Eröffnungsreden

Foto © APABundespräsident Heinz Fischer und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler halten die Eröffnungsreden

Der Festakt, mit dem die 90. Salzburger Festspiele am Montag im Großen Festspielhaus eröffnet werden, hat begonnen. Das Große Festspielhaus wurde heuer als Schauplatz gewählt, weil es vor genau 50 Jahren mit dem "Rosenkavalier" von Richard Strauss unter Herbert von Karajan eröffnet wurde. Das Festival steht heuer unter dem Generalthema "Wo Gott und Mensch zusammenstoßen, entsteht Tragödie". Rund 190 Veranstaltungen stehen bis 30. August auf dem Programm. Als erste Premiere gab es am Sonntag Abend bereits den "Jedermann".

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler erinnerte in ihren Begrüßungsworten an das 50-jährige Bestehen des Großen Festspielhauses und gedachte jener drei Persönlichkeiten, die für diesen Bau verantwortlich zeichneten: Architekt Clemens Holzmeister - der Schöpfer des in seiner Geschlossenheit so anziehenden Festspielbezirkes, Dirigent Herbert von Karajan, der unerbittlich die Bauidee vorantrieb und der damalige Landeshauptmann Josef Klaus (V), "der politische Nachteile für sich und seine Partei in Kauf nahm und den umstrittenen Bau im wahrsten Sinne des Wortes durchkämpfte". Die Festspielausstellung anlässlich des Jubiläums zeige atemberaubende Aufführungen, aber auch Skandale, mitreißende Theaterabende, aber auch Streitigkeiten, außerirdisch schöne Konzerte, aber auch allzu menschliche Eifersüchteleien. Großes Welttheater, so wie es sich abgespielt habe, auf, hinter und neben der Bühne, so Rabl-Stadler, die sich über eine gelungene "Jedermann"-Premiere und eine ebenso gelungene ORF-Übertragung freute.

Demokratie

Bundespräsident Heinz Fischer erinnerte in seiner Eröffnungsrede an 90 Jahre Österreichische Verfassung und Salzburger Festspiele: Beides, unsere Verfassung wie auch die Salzburger Festspiele, wäre nicht aus dem Nichts gekommen, sondern bildeten eine neue, konkrete Ausprägung von zuvor bereits angestellten Überlegungen und Denkansätzen. Beide seien aber in ihren jeweiligen Bereichen "zentrale Säulen des staatlichen bzw. kulturellen Selbstverständnisses unseres Landes".

Unsere Demokratie entstünde nicht durch einen Einzelnen, sondern werde aus einer Summe von Mehrheiten gemacht, erklärte Fischer. Der Beschluss der neuen demokratischen österreichischen Bundesverfassung sei ziemlich zeitgleich mit der ersten Jedermann-Aufführung erfolgt. "War Hans Kelsen, dem maßgeblichen Gestalter unserer Verfassung, mit diesem Gesetzeswerk ein bis heute in seinen elementaren Teilen gültiger Wurf gelungen, so wurde mit den vom Dreigestirn Hofmannsthal, Strauss, Reinhardt initiierten Festspielen das bis heute wichtigste Musik- und Theaterfestival nicht nur in Österreich, sondern weit darüber hinaus geschaffen."

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Das Motto der diesjährigen Salzburger Festspiele lautet "Wo Gott und Mensch zusammenstoßen, entsteht Tragödie". Mit diesem Schwerpunkt stehe eine Thematik im Zentrum der Festspiele, die von der Unausweichlichkeit des Schicksals und einem unverrückbaren Ratschluss der Götter handle. "Ganz gleich, ob und wie der Mensch versucht, diesem Schicksal zu entkommen, - die um so Vieles größere Macht der Götter weiß, dies zu verhindern. Man könnte sogar soweit gehen zu sagen: Je mehr der Mensch seinem Schicksal zu entkommen versucht, desto größer und wuchtiger ereilt ihn dieses", sagte Fischer, der abschließend die Festspiele offiziell für eröffnet erklärte.


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