Viertes Philharmoniker-Konzert mit Welser-Möst
Sie haben gerade einen "Ring" gemeinsam zum Erfolg gebracht, und auch in Zukunft werden sie viel miteinander zu tun bekommen - die Wiener Philharmoniker und Franz Welser-Möst.

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Am Freitag hat dieses Leading-Team der österreichischen Klassik-Szene bei den Salzburger Festspielen konzertiert und dafür Bruckners neunte Symphonie sowie das Cello-Konzert von Robert Schumann ausgesucht.
Gäste
Für Letzteres haben sich die in Salzburg vielbeschäftigten Gäste aus Wien den "Local hero" Clemens Hagen dazu geladen. Der hat das komplizierte, lange Jahre wenig beliebte Cello-Konzert aus dem Jahr 1850 mit derartiger Leidenschaft angepackt, wie es überzeugender kaum vorstellbar ist. Hagen fand die Balance zwischen lyrischen Motiven und haarsträubend virtuosen Passagen, ging volles Risiko und gewann alles was mit Musik zu gewinnen ist: Die konzentrierte Aufmerksamkeit, die emotionale Offenheit und schließlich die herzliche Dankbarkeit seiner Zuhörer.
Nicht, dass alles in diesem lange Zeit als faktisch unspielbar schwer geltenden Konzert technisch makellos und perfekt geraten wäre. Dazu ist die Turnerei, die Schumann den Fingern seiner Interpreten abverlangt, ohnehin zu waghalsig. Aber der Mut und das Vertrauen des Cellisten in sich selbst und seine Begleiter führten zu jenem Grad an musikalischer Verschmelzung, die dieses gefürchtete und nicht selten sperrig wirkende Werk zu einem besonderen Erlebnis machte.
Bruckners Neunte Symphonie als Draufgabe? Das ist Unsinn, kann nur Unsinn sein, weil dieses rund 70-minütige Werk in seiner klanglichen Wucht und blockartig großformatigen Konstruktion allein schon von den Ausmaßen her zentraler Hauptteil jedes Konzertes sein muss. Zudem haben die Wiener Philharmoniker und Franz Welser-Möst auch richtig auf die Tube gedrückt. Das Blech schmetterte und schnarrte, die Streicher tremolierten mit vollem Bogen und das Holz hatte kaum noch Luft zum Atmen. So tauchten die Musiker das Große Festspielhaus in ein monströses, manchmal auch undurchsichtiges Meer aus Klang. Einmal schrill wie in den Dissonanzen des dritten und letzten Satzes, martialisch brutal wie im wilden Scherzo oder elegisch und feierlich wie im riesig-konstruierten Misterioso am Anfang dieses unvollendeten symphonischen Monolithen.
Und doch, die Spannung und zugleich elegante Finesse sowie die Aura des Besonderen - so wie beim Schumann-Konzert davor oder bei Bruckners "Sechster" vor zwölf Tagen unter Esa-Pekka Salonen - all das erreichten die Wiener Philharmoniker und Franz Welser-Möst in dieser "Neunten" nicht. Eine gute, relativ normale Bruckner-Interpretation, in der Klang auf höchstem Niveau praktiziert wird. Mehr aber nicht.










