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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2009 um 11:13 UhrKommentare

"Tristan und Isolde" gar nicht trist

Homogenes Sängerensemble und glanzvolle Wiener Symphoniker zelebrieren konzertanten zweiten Akt des Wagner-Liebesdramas.

Die Wiener Symphoniker

Foto © www.wiener-symphoniker.atDie Wiener Symphoniker

Einen Tag nach dem erfolgreichen Public Viewing am Grünen Hügel in Bayreuth mit tausenden Freiluft-Bewunderern von Richard Wagners "Tristan und Isolde" boten Montagabend auch die Bregenzer Festspiele ihrem Publikum eine ordentliche Portion Wagner: Im dritten Orchesterkonzert der Wiener Symphoniker unter Leitung des Kölner Generalmusikdirektors Markus Stenz stand der konzertante zweite Akt des Liebesdramas "Tristan und Isolde" auf dem Programm. Nach knapp eineinhalb Stunden wurden Sänger und Orchester mit anhaltendem Beifall und vielen Bravorufen gefeiert.

Dabei hatte sich das Unternehmen "Tristan" zunächst eher trist angelassen, als der für die Titelpartie vorgesehene Tenor Robert Gambill erkrankte und kurz darauf auch der an seiner Stelle engagierte Wagner-Sänger Peter Seiffert ins Spital musste. Als Ersatz für den Ersatz sprang der Brite Ian Storey ein. Neben der fulminanten "Isolde" der aus Lettland stammenden Sopranistin Violeta Urmana verkörperte er einen tenoral sehr ansehnlichen "Tristan". Immerhin hat er die Partie Ende 2008 an der Seite von Waltraud Meier bereits an der Scala mit Erfolg gesungen.

Glanzvolles Helden-Liebespaar

Auch die anderen Protagonisten verblassten neben dem glanzvollen Helden-Liebespaar keineswegs. Grimmigen Blickes und mit wunderbar geführtem Alt verkörperte Petra Lang eine beeindruckende Brangäne, der Österreicher Günther Groissböck beklagte den Verrat von Freund und Braut wortdeutlich und mit fundiertem Bass. Roland Stamm sang den "Melot" und Iain Petersen hatte einen Kurzauftritt als Kurwenal.

Die markant angelegten Gesangstimmen erhielten ihr symphonisch-polyphones Unterfutter durch das in Hochform musizierende Bregenzer "Hausorchester". Die Wiener Symphoniker unter Markus Stenz spiegelten die seelischen Regungen des äußerlich statisch ablaufenden Liebesdramas vom zarten Pianissimo bis zur Ekstase im Fortissimo wider. Die im zweiten "Tristan"-Akt kaum mehr erkennbaren Grenzen zwischen Opernhandlung und symphonischer Ausdeutung machten die konzertante Aufführung zu einem der Höhepunkt der diesjährigen Bregenzer Festspiele.

Die nächsten Orchesterkonzerte bestreitet das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV). Am 17. August steht auf dem Platz vor dem Festspielhaus lockere "Sommernachtsmusik" von George Gershwin und Leroy Anderson auf dem Programm, in der Matinee im Festspielhaus am 23.8. bringt SOV-Chefdirigent Gerard Korsten Werke von Leos Janacek, Karol Szymanowski und Maurice Ravel.


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