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Zuletzt aktualisiert: 28.07.2009 um 12:45 UhrKommentare

"Hinterhäuser kann man, wenn man will, Intendant nennen"

Auf eine etwas unklare Lösung, die man salomonisch oder auch verwaschen nennen kann, scheinen die Salzburger Festspiele für 2011 hinzusteuern.

Foto © AP

"Interimistischen künstlerischen Leiter", nannte gestern Abend die Salzburger Landeskorrespondenz die Funktion, die Markus Hinterhäuser von 1. Oktober 2010 bis 1. Oktober 2011 bei den Festspielen bekleiden soll. Kuratoriumsvorsitzende Wilhelmine Goldmann hatte bei ihrer Pressekonferenz nach der gestrigen Kuratoriumssitzung diesen Titel gar nicht erwähnt, sondern nur von einem interimistischen Einzug ins Direktorium gesprochen. "Wenn man will, kann man Markus Hinterhäuser Intendant nennen. Keine Frage, im Festspielsommer 2011 wird er die künstlerische Letztentscheidung haben", sagte der Vertreter der Stadt Salzburg im Kuratorium, Bürgermeister Heinz Schaden (S), auf Anfrage der APA.

"Nebensache"

"Ob ich Intendant oder künstlerischer Leiter genannt werde, ist für mich ein völlig nebensächliches Problem", meinte Konzertchef Markus Hinterhäuser heute dazu. "Wie immer man das nennt: Einen künstlerischen Leiter muss es geben. Und vom Festspielgesetz sind mindestens zwei Direktoriumsmitglieder vorgesehen." Er habe sich ursprünglich aufgrund der Ausschreibung für die Intendanz beworben, dies sei damit jedoch nicht zu vergleichen, denn 2011 werde er keine eigenen Pläne über den Konzertbereich hinaus verwirklichen können. Das sieht Schaden genauso: "Hinterhäuser muss das Programm des scheidenden Intendanten Jürgen Flimm exekutieren. Ein eigenes Opernprogramm kann Hinterhäuser nicht aufstellen." Auch Hinterhäusers Gehalt werde sich nicht nach jenem des Intendanten richten können, so Schaden. "Ich gehe davon aus, dass das Kuratorium Hinterhäusers Konzertchef-Gehalt aufbessern wird."

Eine weitere Entscheidung wurde bei der gestrigen Kuratoriums-Pressekonferenz nicht kommuniziert (und nur von der heutigen "Presse" vermeldet): Hinterhäuser wird bereits davor ins Direktorium "kooptiert": "Wenn ich 2011 künstlerische Entscheidungen zu exekutieren habe, muss ich in die Entscheidungsprozesse schon vorher eingebunden sein", argumentiert der Konzert-Chef im APA-Gespräch seine diesbezügliche Forderung, der stattgegeben wurde. Etwas unklar scheint die Wirkungsdauer: Während Hinterhäuser an eine Umsetzung "ab sofort" glaubt, sieht Schaden einen Start der Lösung erst nach dem Festspielsommer 2009. Stimmrecht wird Hinterhäuser während seiner Kooptierung allerdings keines haben.


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