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Zuletzt aktualisiert: 26.12.2009 um 20:49 UhrKommentare

Debüt zum Neuen Jahr

Tecwyn Evans dirigiert heuer erstmals das Neujahrskonzert der Grazer Oper. Mit Werken von Elgar, Walton, Williams und Arne gestaltet er ein vornehmlich englisches Programm.

Foto © APA/Sujet

"Ich habe mir genau das gewünscht", sagt Tecwyn Evans über sein Engagement an die Grazer Oper, mit dem er seit der heurigen Saison die Position des 1. Kapellmeisters und des Stellvertretenden Chefdirigenten übernommen hat. 1971 in Auckland geboren, hörte der Neuseeländer bereits mit fünf Jahren die ersten Mozartarien. Sein Vater war Opernsänger, Regisseur und Schauspieler, die Mutter spielte Klavier und sang im Chor, die Schwester studierte Violine.

Evans selbst studierte Klavier und Komposition und begann als Chordirektor beim renommierten Glyndebourne Festival, wo er im Jahr 2000 mit "La Bohème" debütierte. Weitere Dirigate führten ihn an die Opera New Zealand, an die Opera North oder an die Oper Köln. 2005 war Evans Finalist der Conducting Competition im britischen Leeds. Besonders stolz ist er auf die mehrfache Arbeit mit der BBC Philharmonic, unter anderem bei den Promenade Concerts in der Ro-yal Albert Hall.

Kein Kulturschock

Das Engagement nach Graz verursachte glücklicherweise keinen Kulturschock. Schließlich war Evans bereits zwei Jahre lang in Leipzig tätig. Außerdem ist Österreichs Landschaft jener von Neuseeland ähnlich: Auch hier kann man Schifahren und Langlaufen. Dass Österreich mehr Tradition und Kultur hat, dass man noch Tracht sieht, gefällt ihm und auch der österreichische

Wein schmeckt. Obwohl ja Neuseeland für seinen Sauvignon Blanc berühmt ist, wie er patriotisch ergänzt.

Nach Vorstellungen der "Meistersinger" und "Madama Butterfly" steht nun mit dem Neujahrskonzert ein großer Auftritt bevor. Die Premieren "Die Csárdásfürstin" (23. Jänner) und "Le nozze di Figaro" (20. März) folgen. "I could conduct it every week", sagt Evans zum "Figaro", und die "Csárdásfürstin" ist ihm vertrautes Genre, dirigierte er doch bereits bei der English Touring Opera "Die Fledermaus". Evans oberstes Prinzip beim Musizieren heißt Zusammenarbeit (nicht "Dictatorship"). Und wenn dieses Aufeinanderhören wirklich klappt, wird das Publikum das Ergebnis lieben, ist er sich sicher.

Wenn er nicht gerade probt oder der Partituren studiert, läuft Evans entlang der Mur oder durch den Leechwald, renoviert sein Haus in Schweden und hofft, dass seine Frau, die Opernsängerin und Koloratursopranistin Susanna Anderson, vielleicht einmal an die Grazer Oper kommt.

EVA SCHULZ

Zur Person

Tecwyn Evans. Geboren 1971 in Auckland. Er studierte in Otago und Kansas Komposition und Dirigieren. Evans arbeitete u. a. mit dem BBC Philharmonic Orchestra, BBC Scottish Symphoniy Orchestra, Ulster Orchestra.

Neujahskonzert

Grazer Philharmoniker unter Tecwyn Evans. Solisten: Dshamilja Kaiser (Mezzosopran) und Peter Stadlhofer ( Tuba). Programm: "Crown Imperial" von William Walton, "Pomp and Circumstance", Nr. 1 und Nr. 4 von Edward Elgar, Konzert für Tuba und Orchester von Ralph Vaughan Williams u. a.

Opernhaus, Graz. 1. Jänner , 19.30 Uhr. Tel. (0316) 80 00

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