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Zuletzt aktualisiert: 03.12.2009 um 19:10 UhrKommentare

Graz, Berlin, New York

Just als Vibraphonist ist Raphael Meinhart (23) eine der größten Entdeckungen der letzten Jahre. Mit einem New York- Stipendium geht es nun ans Eingemachte.

Raphael Meinhart

Foto © PrivatRaphael Meinhart

Keine zwei Jahre ist es her, da hat uns Raphael Meinhart auf den Notizzettel diktiert, dass "ein Vibraphon von einer Band prinzipiell nicht gebraucht wird". Da mag was dran sein. Immerhin zählt das Schlaginstrument mit den legierten Platten nicht zu den populärsten unter jungen Leuten. Und überhaupt, auch wenn es im Jazz einen Stammplatz hat.

Freiheit

Vielleicht also hat der etwas verschlossene, im Jazz sozialisierte Youngster die Herausforderung darin eher gespürt als gesehen, intuitiv, wie er uns nun als eines der größten Talente, das die Musikrepublik in den letzten Jahren hervorgebracht hat, immer wieder beweist. Und wofür er nun im Rahmen des begehrten Hans Koller Jazzpreises mit einem New York-Stipendium ausgezeichnet wurde. "Cool!"

Vielleicht stieß Jung-Raphael vor vielen Jahren, als er begann, in Vater Günters renommiertem Ensemble Studio Percussion zu spielen, und er seine Jugend mit Steve Reich anreicherte, einmal eine Eingebung von den alten afrikanischen Prototypen seines zeitgenössischen Instruments zu. Immerhin spielt er ja auch die Marimba und ist mit seinem Trio neben dem Fusion auch hingebungsvoll der Worldmusic zugetan. Denn "sie bietet nicht nur viele ethnische Zugänge, sondern gibt mir auch viel Freiheit".

Besagtes Trio mit Stefan Padinger (E-Bass) und Jörg Haberl (Drums) ist sein "musikalisches Hauptprojekt", auf das er sich "voll und ganz konzentrieren will". Auch von Berlin aus, dem ach so unsäglich anderen Deutschland, wohin er sich nach seinem Studium an der Kunstuniversität Graz verfügt hatte, um beim US-Vibraphonisten David Friedman, dem Super-Techniker der Disziplin, an seiner Meisterschaft zu feilen.

Das Stipendium in New York will Meinhart II. im nächsten Herbst antreten. Und er freut sich auf weltmeisterlichen Rat und Segen bei Joe Locke, Stefon Harris oder Mike Mainieri.

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