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Zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 um 10:40 UhrKommentare

Debütantin spielt Carmen bei Scala-Saisoneröffnung

Mit Anita Rachvelishvili spielt eine 25-jährige Debütantin bei der Saisoneröffnung der Mailänder Scala am 7. Dezember die Rolle der Carmen in der gleichnamigen Oper Bizets. Die junge Georgierin, die die Akademie der Scala besucht hat, verdankt ihrem Talent, ihrem Temperament und ihrem südländischen Aussehen mit lockigen dunklen Haaren die Hauptrolle bei der Scala-Premiere.

"Für mich ist es ein Wunder. Bisher habe ich nur kleine Rollen gesungen. Aber ich bereite mich gelassen auf den großen Tag vor. In meinem Leben habe ich schon viel erlebt", erzählte die Sängerin der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag.

In ihrer Kindheit hat die vom Stardirigenten Daniel Barenboim entdeckte Sopranistin Hunger und Not gelitten. "Georgien war damals im Krieg gegen die Sowjetunion. Die Situation war verzweifelt. Es gab weder Nahrung noch Licht noch Gas. Ich war fünf Jahre alt, und mit meiner Familie mussten wir Kilometer zu Fuß gehen, um Trinkwasser zu holen. Ich habe auf das Eiskunstlaufen verzichten müssen, weil es zu gefährlich war, die Stadt zu erreichen, in der ich trainierte. Das war für mich ein großer Schmerz. Ich hatte Talent", erzählt die Sopranistin.

"Ich stamme aus einer Familie von Musikern und habe mit Klavierstunden begonnen. Als Kind sang ich georgische Volksstücke und komponierte gern. Neben dem Konservatorium habe ich auch Gesang gelernt. Nach Italien bin ich gekommen, weil meine im Sterben liegende Gesangslehrerin mich in sicheren Händen haben wollte und die Akademie der Scala in Georgien sehr bekannt ist", so die Sängerin.

Die 1967 geborene Sizilianerin Emma Dante, eine der prominentesten Theaterregisseurinnen Italiens, führt die Regie der "Carmen". "Emma Dantes 'Carmen' ist eine Aufführung voller Energie. Es gibt auch Gewalt, vor allem im letzten Duett von Don Jose und Carmen. Dante hebt die Ambivalenz ihrer Liebe hervor, die manchmal zart, manchmal tierisch ist", erklärte Rachvelishvili.

Quelle: APA

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