Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
19. Mai 2013 08:21 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Choreograph William Forsythe wird 60 Ottfried Fischer über Heimat und Globalisierung Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Bühne Nächster Artikel Choreograph William Forsythe wird 60 Ottfried Fischer über Heimat und Globalisierung
Zuletzt aktualisiert: 23.11.2009 um 20:02 UhrKommentare

Langeweile lässt sich kaum kurieren

"Die Fledermaus" lässt sich in der Grazer Oper weder durch den Pistolenschuss des Gefängnisdirektors noch durch den Dirigenten oder die Regie umbringen.

Grazer Oper

Foto © APAGrazer Oper

Bevor sie dem Grazer Publikum mit Peter Konwitschnys Deutung der "Csárdásfürstin" eine extreme Regiearbeit zumutet, hält Intendantin Elisabeth Sobotka die Operettenfreunde mit einer eher konventionellen Inszenierung der "Fledermaus" von Johann Strauß bei Laune.

Dramatische Struktur

Auch sie ist ein Import: Stephen Lawless hat sie 2003 beim Glyndebourne Festival herausgebracht und 2008 in Genf einstudiert. Machte beim britischen Nobelfestival mit der legendären Picknicktradition die Pause mitten im zweiten Akt nach der Einladung zum Dinner durchaus Sinn, so zerstört sie hierzulande die dramatische Struktur.

Lawless hat mit dem Ausstatter Benoit Dugardyn die Handlung aus dem Jahr 1874 in die Zeit um 1910 transferiert und gemeinsam mit Dan Dooner eine neue Dialogfassung geschaffen, die er ins Deutsche übersetzen ließ. Abgesehen davon, dass sie bereits im ersten Akt Ansätze enthält, den Titel des Stücks zu erklären, stellt sie keine Verbesserung dar, unterstützt nur die Absicht der weder einfallsreichen noch ausgefeilten Regie, das Werk bis zum Überdruss mit sexuellen Anspielungen vollzustopfen.

Nur der Frosch bleibt bei seinem gewohnten Text, den Robert Meyer so souverän und pointensicher serviert, dass man bedauert, dass der Volksoperndirektor bloß der Hypo Alpe Adria einen aktuellen Gag widmet.

Mit dem Transfer des Stücks in die Zeit um 1910 rückt es Lawless in die Epoche Sigmund Freuds, um der Devise, "Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist", eine tiefere Bedeutung zu geben. Bei ihm mutiert Dr. Falke vom Juristen zum Seelenarzt, der den Prinzen Orlofsky von seiner "pathologischen Langeweile" kurieren will.

Benoit Dugardyn huldigt mit seinem für den dritten Akt ziemlich ungeeigneten Einheitsbühnenbild auf der heftig rotierenden Drehscheibe dem Jugendstil und dem Wiener Sezessionismus und hat Eisenstein mit einem prachtvollen Morgenmantel à la Gustav Klimt ausgestattet.

Der optischen Pracht setzt Marius Burkert am Pult der Grazer Philharmoniker ein handfestes Dirigat entgegen, dem es an Leichtigkeit, Lockerheit, Eleganz und Delikatesse mangelt.

Prinz ist Prinzessin

Als indisponiert entschuldigt, wartet Arpiné Rahdjian als Rosalinde mit einem sinnlichen, weich gerundeten Sopran auf. Margareta Klobucar gibt eine emanzipierte Adele, Dshamilja Kaiser muss als makellos singender Prinz Orlofsky in Männer- und Frauengestalt auftreten.

Manuel von Senden darf als Dr. Blind zwar nicht stottern, aber unter dem Talar Damenunterwäsche tragen. Routiniert trägt Herbert Lippert als Eisenstein den Abend, sanft schmachtet Marlin Miller als Alfred. Ivan Orescanin mangelt es für den Strippenzieher Falke an Persönlichkeit, der Bassist Wilfried Zelinka fühlt sich in der Baritonrolle des Frank nicht sehr wohl.

ERNST NAREDI-RAINER

Kultur pur auf DVD

Cecilia Bartoli | Foto: ORF/Willkommen Europa

Große Momente der Oper, des Theaters und des Kabarett auf DVD.



KLEINE.tv

Joanneum: Die Welt vor 11,5 Millionen Jahren

Etwas mehr als 11,5 Millionen Jahre ist die fünf Meter lange Wasserficht...Bewertet mit 1 Stern

 

Fotoserien

"Rusalka": Bilder von den Proben 

"Rusalka": Bilder von den Proben

 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang