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Zuletzt aktualisiert: 19.11.2009 um 06:00 UhrKommentare

Agnes Baltsa wird 65

Eine der großen Sängerinnen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte ist sie längst. Für Herbert von Karajan war sie gar die "bedeutendste dramatische Mezzosopranistin der Zeit".

Agnes Baltsa blickt auf eine mehr als 40-jährige Karriere zurück

Foto © APAAgnes Baltsa blickt auf eine mehr als 40-jährige Karriere zurück

In ihrer mehr als 40-jährigen Karriere hat die Griechin der Opernwelt ihren Stempel aufgedrückt - und singt noch immer. Am 19. November feiert Agnes Baltsa ihren 65. Geburtstag.

Lange Karriere

Allgegenwärtig auf den internationalen Bühnen, eine Sängerin mit dramatischer Energie und eine eindrucksvolle Schauspielerin: Agnes Baltsa weiß, wie außergewöhnlich eine lange Karriere wie die ihre ist. "Ich behaupte, Singen ist härtester Leistungssport", sagte sie einmal in einem Interview. Doch mit ungeheurer Energie trotz einer eher schlanken Stimme bewältigte sie die schwersten Partien, sang aber auch Cherubino und Dorabella in Mozarts "Le Nozze di Figaro" und "Così fan tutte". Doch obwohl sie fast immer hinreißend sang, klingt sie nur selten so sinnlich und verführerisch schön wie etwa Christa Ludwig oder Cecilia Bartoli.

Als Christa Ludwig in den 1970er Jahren nach einem misslungenen Ton aus einer Salzburger Produktion von Verdis "Don Carlo" ausstieg, holte Karajan die junge griechische Mezzosopranistin. Später sang sie unter seiner Leitung weitere dramatische Partien, die ihr dank ungewöhnlicher Kraft vor allem in der hohen Lage auch gelangen. Der Stimmexperte Jens Malte Fischer betrachtet ihre Ausflüge ins dramatische Fach aber eher als "Experiment".

Agnes Baltsa wurde 1944 auf der griechischen Insel Lefkas geboren. Sie studierte am Konservatorium von Athen, war 1964 Preisträgerin beim Enesco-Wettbewerb in Bukarest und setzte ihr Studium mit einem Maria-Callas-Stipendium in München fort. Ihr erstes Engagement führte sie 1968 an die von Christoph von Dohnanyi geleitete Frankfurter Oper. Dort sang sie beispielsweise Octavian in "Der Rosenkavalier" von Richard Strauss. Als jüngster Octavian in der Geschichte des Hauses debütierte sie 1970 an der Wiener Staatsoper.

Vor allem nutzte sie die Rossini-Renaissance, für die im Mezzo- Fach vor allem die unvergleichliche Marilyn Horne stand. Jahrelang sang sie die mit Koloraturen gespickten Partien der Rossini- Heldinnen. Außerdem wurde Bizets "Carmen" eine ihrer Paraderollen, mit der man sie noch heute identifiziert. Dabei habe sie wie viele internationale Stars eigentlich kaum die Chance gehabt, Rollenporträts kontinuierlich zu entwickeln, schrieb der Kritiker und Autor Jürgen Kesting: "Sie ist in allen Stilen bewandert, aber in keinem wirklich zu Hause."

"Bleibe, was ich bin"

Dem Ehrgeiz vieler Mezzosoprane, die statt der "Secondadonna" lieber Primadonna gewesen wären, hat sie getrotzt. "Ich habe so viele Mezzos angetroffen, denen es schlecht ergangen ist, weil sie ins Sopranfach gewechselt sind. Deshalb bleibe ich, was ich bin", sagte sie einmal. Das hat ihrer Karriere die Dauer gesichert.

Und so kann man sie noch immer erleben. Im September erst sang sie im antiken Herodion-Amphitheater unterhalb der Akropolis in Athen - und zwar griechische Lieder etwa von Mikis Theodorakis. In dem Theater war sie zuletzt vor 25 Jahren zusammen mit Startenor Jose Carreras in der Oper "Carmen" aufgetreten. Eine erstaunliche Konstanz - auch keine selbstverständliche Leistung.

Von Thomas Strünkelnberg, dpa

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