Haderlap: "Etwas Werbung ist ja nicht schlecht"
Die Kärntnerin Maja Haderlap ist eine von drei österreichischen Teilnehmern am diesjährigen Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt.

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Die Kärnterin Maja Haderlap ist eine von drei österreichischen TeilnehmerInnen am diesjährigen Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt. Nun gab es schon zahlreiche Autorinnen und Autoren aus dem Veranstalterland, die teilgenommen - und auch Preise gewonnen - haben. Trotzdem ist das Antreten von Haderlap etwas Besonderes, kommt es dadurch doch bei der 35. Auflage der Tage der deutschsprachigen Literatur erstmals zu einem Auftritt eines in beiden Landessprachen publizierenden Menschen. Im Sommer erscheint Haderlaps Romandebüt "Engel des Vergessens", aus dem sie einen Auszug lesen wird. Ihre Art in diesem Roman zu schreiben beschreibt Haderlap im APA-Interview so: "Ich erzähle die Erzählungen der anderen."
Maja Haderlap wurde 1961 in der Südkärntner Gemeinde Bad Eisenkappel/Zelesna kapla geboren. Sie studierte Theaterwissenschaften und Deutsche Philologie an der Universität Wien, danach arbeitete sie als Dramaturgie- und Produktionsassistentin in Triest und in Ljubljana. Seit 1989 hat sie immer wieder Lehraufträge an der Universität Klagenfurt, sie gab die slowenische Literaturzeitschrift "mladje" (Jugend, Anm.) heraus (von 1989-1992). Im Jahr 1992 holte sie Intendant Dietmar Pflegerl als Chefdramaturgin ans Stadttheater Klagenfurt, sie blieb 15 Jahre, die gesamte Ära Pflegerl. Sie lebt als Autorin in Klagenfurt. Haderlap hat bisher vor allem Lyrik veröffentlicht, und zwar auf Deutsch und auf Slowenisch, "Engel des Vergessens" ist ihre erste Prosaarbeit.
APA: Sie haben Ihren Roman, der im Juli im Wallstein-Verlag erscheinen wird, in deutscher Sprache geschrieben, warum?
Haderlap: Das Thema des Romans ging mir sehr nahe. Da war das Deutsche, meine zweite Sprache, ein gewisser Schutz.
APA: Seit wann schreiben Sie?
Haderlap: Ich habe eigentlich immer schon geschrieben, vor allem während des Studiums. Mit dem Eintritt ins Arbeitsleben war das natürlich nur noch eingeschränkt möglich. Ich habe meine Literatur an der Garderobe des Theaters abgegeben.
APA: Warum haben Sie als Chefdramaturgin aufgehört?
Haderlap: Mit dem Intendantenwechsel sah ich die Chance, mir einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen und mich ganz auf das Schreiben zu konzentrieren.
APA: Damit Sie genug Zeit haben, Ihren Roman zu schreiben?
Haderlap: Ja. Ich habe diesen Text jahrelang mit mir herumgetragen. Auch weil es um eine Sache ging, die wachsen musste und wozu ich in Ruhe recherchieren musste. Das Schreiben war eine große Anstrengung.
APA: Wird Ihr Roman auch in slowenischer Sprache erscheinen und werden Sie ihn selbst übersetzen?
Haderlap: Ich hoffe sehr, dass er auf Slowenisch erscheinen wird. Ich übersetze meine Texte prinzipiell nicht selbst.
APA: Ist es schwierig, zwischen den Sprachen zu wechseln?
Haderlap: Nein, ich bin in beiden zuhause. Jede Sprache hat ihren eigenen Resonanzraum, ihre eigene Geschichte. Und beim Schreiben ist man ja im Dialog mit dem, was schon geschrieben wurde.
APA: Was für Erwartungen haben Sie in den Bachmann-Wettbewerb?
Haderlap: Der Bachmann-Wettbewerb ist einer der wichtigsten Termine im deutschsprachigen Literaturbetrieb und es freut mich natürlich schon sehr, dass Daniela Strigl mich nominiert hat. Jeder der Eingeladenen wünscht sich, dass sein Text erfolgreich ist, so auch ich.













