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Zuletzt aktualisiert: 11.03.2008 um 10:17 Uhr

Spaß am Spiel: Acies Quartett debütierte im Musikverein

Junges Kärntner Streichquartett begeisterte mühelos mit sportlichem Ehrgeiz, sorgfältigen Kontrasten und viel Emotion.

"Es ist einfach viel schöner, zu viert zu spielen, als allein", sagte der Cellist des Acies Quartett, Thomas Wiesflecker, im Jänner zur APA. Gestern, Montag, stellten die vier jungen Musiker bei ihrem Debüt im Wiener Musikverein diesen einfachen Grundsatz unter Beweis. Mit jeder Menge gut gelauntem Spieltrieb, sauberer Klangarbeit und viel Emotion holten sie sich die Begeisterung des Publikums mühelos ab.

"Spielerische Leichtigkeit". "Junge Quartette" stellt die Jeunesse in ihrem Zyklus im Brahms-Saal vor, und ein junges Quartett sind die sämtlich unter 25 Jahre alten Kärntner jedenfalls. Auch die Erwartungen, die gemeinhin an den unverbrauchten Nachwuchs gestellt werden, erfüllen sie mit links: Flott, fröhlich, herausfordernd. Befreundet, nicht zuletzt. So macht ein verstohlenes Grinsen zwischendurch nicht nur sympathisch, sondern bestätigt, was das Spiel vorlebt: Das gemeinsame Klangschaffen entsteht aus selbstverständlicher, fröhlicher Verständigung, das Wechselspiel von Tempo und Volumen wird im wahrsten Sinne zum Spiel.

Überzeugend. Doch mit dem obligatorischen "flott und fröhlich" ist es hier nicht getan. Schon bei Haydns Streichquartett in F-Dur und Beethovens in D-Dur überzeugten die Geiger Benjamin Ziervogel und Raphael Kasprian, der Bratschist Manfred Plessl und Cellist Wiesflecker mit der Präzision und dem Abwechslungsreichtum, der schon bei ihrer gefeierten Debüt-CD (Gramola, 2007) aufhorchen ließ. Wo Grazie ist, hüpfen sie leicht dahin, wo Tempo ist, werden sie sportlich, wo Kontrast ist, arbeiten sie sorgfältig abgestimmt. Und wo Fulminanz ist, haben sie ihren Spaß.

Emotionale Vollheit. Das wahre Wagnis aber folgte auf die Pause - in der es sich auch ihr Lehrer Günter Pichler, Primarius des Alban Berg Quartetts, nicht nehmen ließ, zu gratulieren. Debussys herrliches - und schweres - Streichquartett in g-Moll weckte vor allem in Wiesfleckers Cello und in Ziervogels 1. Violine berührende emotionale Vollheit. Bei Debussys klanglichen Raffinessen fühlten sich die vier Musiker sichtlich wohl, geleiteten glatt durch die exotischeren Passagen, ließen ihre Bögen in der "sanft expressiven" Romanze schwer von Gefühl werden. Und hinterließen spätestens hier die sichere Ahnung, dass es bei diesem Debüt längst nicht bleiben wird.


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