Ein Neuer ist "Der Alte" - Walter Kreye löst seinen ersten Fall
Der 65-jährige Walter Kreye löst den 83-jährigen Rolf Schimpf als Kommissar in "Der Alte" ab.

Foto © ORF/ Der Alte
"Der Alte" wird jünger - aber so jung wieder
auch nicht, dass er nicht eigentlich schon reif für die Pension wäre.
Am Freitag um 20.15 Uhr löst der 65-jährige Walter Kreye auf ORF und
ZDF den 83-jährigen Rolf Schimpf ab, der sich als Münchner
Hauptkommissar Leo Kress nach mehr als 220 Fällen im Dezember 2007
von den Zuschauern verabschiedete. "Doppelspiel" heißt Kreyes erster
Fall.
Äußerer Rahmen bleibt.
Am äußeren Rahmen des Fernsehkrimis hat sich nicht viel verändert.
Dasselbe Büro, dasselbe Assistententrio, nur eben der Kommissar ist
neu. Er heißt Rolf Herzog und ist solo wie sein Vorgänger. Kreye, der
nach eigenen Worten in der Vergangenheit "oft genug ein Mörder" war,
will wenigstens drei Jahre den Kommissar spielen. Zehn Folgen sind
bereits produziert.
Maigret-Tradition.
Den von ihm dargestellten Typ sieht der Schauspieler ein wenig in
der Maigret-Tradition des von ihm verehrten Schriftstellers Georges
Simenon. "Eher ruhig, aber genau beobachtend und sehr neugierig auf
den Menschen." Diese Neugier, versetzt mit feinem Gespür für
zwischenmenschliche Schwingungen, führt ihn gleich in seinen ersten
Fall. Ein alter Freund scheint in Not, als er den Kriminalbeamten am
Telefon um Hilfe bittet, will aber davon nichts mehr wissen, als er
dem früheren Kumpel Herzog gegenübersteht.
Fall.
Der Kommissar wittert, dass etwas nicht stimmt. Und richtig: Die
Frau des Freundes ist entführt worden, der Entführer fordert
Lösegeld. Und dann liegt auch noch der Kumpel, gespielt von Michael
Mendl, erschossen vor ihm auf dem Boden. Ein Fall, wie ihn auch der
gute alte Leo Kress hätte lösen können. Dennoch: "Wir haben zwar
darauf verzichtet, mit einem totalen Gegentyp zu Rolf Schimpf zu
besetzen. Es sollte schon jemand in der Altersstufe von Kreye sein.
Dennoch bringt er natürlich eine etwas andere Körperlichkeit ein,
springt nicht gleich vom Dach, sitzt aber auch nicht nur am
Schreibtisch", sagt ZDF-Redakteurin Sabine Groß. Das erweitere auch
auf längere Sicht hin die Bandbreite möglicher Fälle.
Aktivität.
Ob das die Assistenten mögen, wenn ihr Chef nun mehr Aktivität auf
seine Seite zieht? Im ersten Film ist von Abwehr der anderen gegen
den "Neuen" noch nichts zu spüren. Was Walter Kreye wiederum etwas
schade findet: "Daraus wäre sicher noch einiges dramaturgisch zu
machen." Aber es sei bei der Umbesetzung des "Alten" alles etwas
rasch gegangen. Er hätte sich praktisch von hier auf heute
entscheiden müssen - auch gegen seine andere Kommissar-Rolle in der
ARD-Reihe "K3 - Kripo Hamburg". Sie wird jetzt beendet.
Zweimal Kommissar geht nicht.
Sabine Groß findet das nur richtig: "Zweimal Kommissar in
unterschiedlichen Serien - das geht einfach nicht." Daran ändere auch
nichts, dass inzwischen das breite Publikum nicht mehr Rolle und
Schauspieler so selbstverständlich gleichsetzt wie einst zur
Siegfried-Lowitz-Zeit. Der war in seiner letzten "Der Alte"-Folge
erschossen worden und gleich darauf auf Tournee gegangen.
Erschrockene Anrufer fragten kurz darauf, ob denn die Tournee
abgesagt werden müsse.















