Vom Mythos einer Massenbewegung
Dem Phänomen "Vierbergelauf" auf der Spur: Ein Abend mit Film und Diskussion.
Mythos, Brauchtum, Wallfahrt, Event oder sportliches Großereignis? Der Vierbergelauf (am Dreinagelfreitag, dem zweiten Freitag nach Ostern, heuer: 4. April) lässt der Fantasie viel Raum, übt große Faszination auf Medien und Massen aus und ist trotz Spurensuche immer noch von der Aura des Unergründbaren umgeben. Was ist der Vierbergelauf wirklich? Spiegelbild der Projektionen und Sehnsüchte, in das man viel "hineingeheimnissen" kann, wie Soziologe Paul Kellermann vermutet? Ein unkontrollierbares Phänomen, das aus der Volksseele kommt oder eine Initiationswanderung, wie Pfarrer Hans-Peter Premur meint?
"Brauchtum und Christentum". Wie und warum ist der Vierbergelauf entstanden? Dieser Frage geht Regisseur Ferdinand Macek von "Best Media" in seinem selbst produzierten Film "Vierbergelauf zwischen Brauchtum und Christentum" nach. Er wird heute an der Uni Klagenfurt präsentiert, eine Podiumsdiskussion wird sich dem Thema von unterschiedlichen Seiten nähern. "Ein Event, das sich selbst organisiert und keinen Sponsor braucht, das ist sensationell", staunt Macek. Neugierige Adabeis aus den Nachbarländern hat er schon gesichtet. Ob sie alle Pilger sind oder eher sich selbst ergehen wollen? Der Vierbergelauf als Subkultur, die kommerziell verwertet werden kann? Beispiel für einen wetterunabhängigen sanften Tourismus?
Reiseveranstalter. Macek hat schon Prospekte entdeckt, auf denen Reiseveranstalter für die "Wanderung über vier Berge" werben. Der Vierbergelauf als Urlaubspackage? Als "Jogging mit ein paar Jodlern dazwischen", wie Kellermann zynisch anmerkt? Als Wanderung mit starkem History-, Esoterik- und Fantasy-Effekt, wie Vierbergler Premur andeutet? Der Film versucht eine Antwort zu geben. Er ist über die Homepage www.vierbergelauf.info erhältlich.
Features
Film & Diskussion
"Pilgerwandern, die alte-neue Kunst, das Leben zu finden". Am Dienstag, 19 Uhr, Uni Klagenfurt, Romauchsaal. Mit Erika Napetschnig, Kulturabteilungsleiterin, Walter Walzl, Geschäftsführer Kleine Zeitung, Paul Kellermann, Hans-Peter Premur.















