"Suche nach den Besitzern" - Israel-Museum zeigt Nazi-Beutekunst
Das israelische Nationalmuseum in Jerusalem zeigt in einer neuen Ausstellung Kunstwerke, die während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich von den Nationalsozialisten geraubt wurden.

Foto © APGustave Courbet
Die Ausstellung "Suche nach den Besitzern" umfasst 53 Bilder, deren
ursprüngliche Besitzer teilweise unbekannt sind, wie eine Sprecherin
des Museums am Dienstag bestätigte. Theoretisch sei es möglich, dass
Besucher der Ausstellung, die in der Lage sind zu beweisen, eines der
Stücke gehöre ihnen oder ihrer Familie, das Werk zurückerhalten
können. Die Chancen seien allerdings mehr als 60 Jahre nach
Kriegsende gering, sagte sie.
Aus bekannten Museen. Sie stammen aus Sammlungen führender
französischer Museen wie dem Louvre, dem Pompidou-Zentrum und dem
Orsay-Museum. Jedes Werk hat eine eigene, mitunter dramatische
Geschichte. Einige wurden unbekannten Besitzern, andere von jüdischen
Familien gestohlen oder unter Zwang verkauft. Die Ausstellung wurde
von französischer Seite vom Außen- und vom Kulturministerium
organisiert.
Herrenlos. Etwa 60.000 Kunstwerke, die während des Zweiten Weltkriegs in
Frankreich entweder von Nationalsozialisten geraubt oder gekauft
wurden, wurden nach dem Krieg an Frankreich zurückgegeben. Darunter
waren 2.000 Objekte, deren Besitzer nicht ausfindig gemacht werden
konnten. Die jetzt in Jerusalem gezeigten Werke sind Teil dieser
Sammlung, die sich auf einer Internetseite des französischen
Kulturministeriums abfragen lässt. Die "Musées nationaux
Récupération" (MNR) bemühen sich seit zehn Jahren um die Rückführung
der gestohlenen Kunstwerke an die Besitzer.
"Verwaiste Kunst". Eine zweite Ausstellung im Israel-Museum, "Verwaiste Kunst", zeigt
mehr als 40 weitere Werke, Teile einer größeren Sammlung aus
jüdischem Besitz, die in den 1950er Jahren nach Israel gebracht
wurden. Darunter sind neben Büchern, Drucken und jüdischen
Religionsgegenständen auch Bilder von Marc Chagall und Egon Schiele.
Features
Bilder
Unter den Bildern der Ausstellung, die bis zum 3. Juni gezeigt werden soll, sind Werke bekannter Künstler, darunter Eugène Delacroix, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Claude Monet und Georges Seurat.
Foto

Dirck de Quade van Ravestyn Foto © AP















