Yoko Ono wird 75: "Ja, ich bin eine Hexe"
Die Witwe des legendären Sängers und Musikers John Lennon wandert selbst auf künstlerischen Pfaden.

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Bis heute werfen hartgesottene Beatles-Fans
der Avantgardekünstlerin Yoko Ono vor, sie sei wegen ihrer Hochzeit
mit John Lennon für das Auseinanderbrechen der besten Popgruppe aller
Zeiten verantwortlich. Als "böse Hexe im Beatles-Märchen" wurde sie
gescholten, als Frau, die es letztlich nur auf das Geld ihres
legendären Gatten abgesehen hatte. Yoko Ono hat sich um solche
Vorwürfe wenig gekümmert, im Gegenteil. Im vergangenen Jahr brachte
sie ein Remix-Album ihrer alten Songs auf den Markt. Trotziger Titel:
"Yes, I'm A Witch" (Ja, ich bin eine Hexe). "Für mich sind alle
Frauen Hexen. Hexen sind magische Wesen, dafür sollten wir uns nicht
schämen", sagt die Frau, die am Montag (18. Februar) 75 Jahre alt
wird.
Lust an der Provokation. Klein, quirlig und immer noch berstend vor Energie hat die aus
einer reichen japanischen Bankiersfamilie stammende Amerikanerin noch
keinen Deut ihrer Provokationslust verloren. Sie arbeitet rastlos als
Künstlerin, Autorin, Filmemacherin, Sängerin, Komponistin, Feministin
und Pazifistin.
Attentat. Dabei ist und bleibt John Lennon der zentrale Bezugspunkt in ihrem
Leben. Immer noch wohnt Ono in dem Haus am Central Park in New York,
vor dem ihr Mann, damals 40, am 8. Dezember 1980 ermordet wurde. Sie
war dabei, als der Attentäter Mark David Chapman, ein einstiger Fan,
die Waffe auf ihn richtete und fünfmal traf. Ein Foto von Lennons
zersplitterter, blutbespritzter Brille erschien 1981 auf ihrem
Plattencover "Season of Glass".
Erinnerungen an Lennon. Das spukhafte Riesengebäude ("Dakota"), das durch Roman Polanskis
Film "Rosemaries Baby" weltberühmt wurde, ist seither ihr Refugium.
"Es ist der einzige Platz, der mir geblieben ist, der Platz, den John
und ich teilten", sagte sie einmal. Die beiden ungleichen Partner
hatten sich 1966 bei einer Ausstellungseröffnung in London
kennengelernt und später eine auch künstlerisch produktive Beziehung
begonnen.















