Kirche in Deutschland plant eigenen Fernsehsender
Die Deutsche Bischofskonferenz will mit ihrem eigenen TV-Angebot den fundamentalistischen Gruppen Paroli bieten.

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Die katholische Kirche in Deutschland plant
einen eigenen digitalen Fernsehsender. "Wir wollen damit Menschen
ansprechen, die sich für Religion, Kirche, Ethos, Lebensfragen
interessieren", sagte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission
der Deutschen Bischofskonferenz, Gebhard Fürst, in einem Gespräch mit
der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart. Eine erste
Machbarkeitsstudie liege vor. Das Programm soll von 06.00 bis 24.00
Uhr ausgestrahlt werden; nachts sind Wiederholungen geplant.
Planung für die erste Phase. "Vier bis sechs Stunden können eigenproduziert sein", sagte Fürst.
Der Rest soll durch Austausch mit den anderen 60 katholischen
TV-Sendern weltweit entstehen. Wie viel sich die Kirche das Projekt
kosten lässt, steht noch nicht fest. Bei der Frühjahrsvollversammlung
der Bischofskonferenz kommende Woche in Würzburg (11.-14.2.) stellt
Fürst das Ergebnis der Machbarkeitsstudie vor. Eine Zusammenarbeit
mit dem evangelischen Bibel-TV ist bisher nicht geplant.
Spirituelles zum Frühstück. "Eine zeitnahe Realisierung liegt nach meiner Meinung nahe, denn
2012 werden die analogen Übertragungswege abgeschaltet", sagte Fürst.
Sendestart sei aber sicher nicht vor Ende 2009. Das Programm könne zu
festen Zeiten morgens, mittags und abends ein spirituelles Format
enthalten, "zum Beispiel einen gut gesungenen Choral aus einem
Kloster". Auch Dokumentationen und andere informative Sendungen seien
denkbar.
Einschaltquoten. Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart räumte ein: "Wir
werden natürlich nicht über Einschaltquoten wie Phoenix hinauskommen,
wenn wir sie überhaupt erreichen. Die Medien insgesamt ethischer zu
machen durch einen katholischen Sender - das ist illusorisch." Die
genaue Zielgruppe stehe auch noch nicht fest. "Wir haben bisher keine
Marktforschung angestellt."
Ausrichtung des Senders. Bei der inhaltlichen Ausrichtung soll der neue Sender nach den
Worten den Medienbischofs einen Mittelweg gehen zwischen "bebildertem
Amtsblatt" und völliger Eigenständigkeit: "Der Sender muss als
verlässliche Quelle erkannt werden. Neben der Finanzierung ist diese
Frage die größte Herausforderung." Die Trägerschaft ist noch
ungeklärt.
Immer größeres Angebot. Ein Grund für das geplante TV-Engagement sei "die Revolution in
den elektronischen Medien: Es ist schon jetzt möglich, bis zu 500
Kanäle zu empfangen. Und da sind natürlich auch viele Esoterik-Sender
dabei. Fundamentalistische Sender aus den USA platzieren ihre
Gottesdienste genau auf die Gottesdienstzeiten der christlichen
Kirchen. Wenn wir in diesem Spektrum gar nicht präsent sind, dann
haben andere Sender die Deutungshoheit darüber, was Christentum und
Kirche ist."














