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Zuletzt aktualisiert: 08.02.2008 um 07:41 Uhr

Kirche in Deutschland plant eigenen Fernsehsender

Die Deutsche Bischofskonferenz will mit ihrem eigenen TV-Angebot den fundamentalistischen Gruppen Paroli bieten.

Foto © Reuters

Die katholische Kirche in Deutschland plant einen eigenen digitalen Fernsehsender. "Wir wollen damit Menschen ansprechen, die sich für Religion, Kirche, Ethos, Lebensfragen interessieren", sagte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Gebhard Fürst, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart. Eine erste Machbarkeitsstudie liege vor. Das Programm soll von 06.00 bis 24.00 Uhr ausgestrahlt werden; nachts sind Wiederholungen geplant.

Planung für die erste Phase. "Vier bis sechs Stunden können eigenproduziert sein", sagte Fürst. Der Rest soll durch Austausch mit den anderen 60 katholischen TV-Sendern weltweit entstehen. Wie viel sich die Kirche das Projekt kosten lässt, steht noch nicht fest. Bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz kommende Woche in Würzburg (11.-14.2.) stellt Fürst das Ergebnis der Machbarkeitsstudie vor. Eine Zusammenarbeit mit dem evangelischen Bibel-TV ist bisher nicht geplant.

Spirituelles zum Frühstück. "Eine zeitnahe Realisierung liegt nach meiner Meinung nahe, denn 2012 werden die analogen Übertragungswege abgeschaltet", sagte Fürst. Sendestart sei aber sicher nicht vor Ende 2009. Das Programm könne zu festen Zeiten morgens, mittags und abends ein spirituelles Format enthalten, "zum Beispiel einen gut gesungenen Choral aus einem Kloster". Auch Dokumentationen und andere informative Sendungen seien denkbar.

Einschaltquoten. Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart räumte ein: "Wir werden natürlich nicht über Einschaltquoten wie Phoenix hinauskommen, wenn wir sie überhaupt erreichen. Die Medien insgesamt ethischer zu machen durch einen katholischen Sender - das ist illusorisch." Die genaue Zielgruppe stehe auch noch nicht fest. "Wir haben bisher keine Marktforschung angestellt."

Ausrichtung des Senders. Bei der inhaltlichen Ausrichtung soll der neue Sender nach den Worten den Medienbischofs einen Mittelweg gehen zwischen "bebildertem Amtsblatt" und völliger Eigenständigkeit: "Der Sender muss als verlässliche Quelle erkannt werden. Neben der Finanzierung ist diese Frage die größte Herausforderung." Die Trägerschaft ist noch ungeklärt.

Immer größeres Angebot. Ein Grund für das geplante TV-Engagement sei "die Revolution in den elektronischen Medien: Es ist schon jetzt möglich, bis zu 500 Kanäle zu empfangen. Und da sind natürlich auch viele Esoterik-Sender dabei. Fundamentalistische Sender aus den USA platzieren ihre Gottesdienste genau auf die Gottesdienstzeiten der christlichen Kirchen. Wenn wir in diesem Spektrum gar nicht präsent sind, dann haben andere Sender die Deutungshoheit darüber, was Christentum und Kirche ist."


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