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Zuletzt aktualisiert: 01.02.2008 um 20:42 Uhr

"Freiheit ist etwas Exotisches"

Künstler Rudi Benetik über seine neue Liebe zum "Tempomacher" Rot und den idealen Wohnort.

Blick durch Schamanen geschärft: Rudi Benetik

Foto © Katz-LogarBlick durch Schamanen geschärft: Rudi Benetik

Mit drei Ausstellungen wird der akademische Künstler Rudi Benetik (48) aus Jaunstein/Podjuna im Jahre 2008 seinen neuen Zyklus "Die Freiheit des Schamanen - Prostost samana" vorstellen.

Welche Bedeutung hat Freiheit für Sie?
RUDI BENETIK: Die Freiheit ist etwas besonders Exotisches, ein Lebensgefühl, das man nicht ersetzen kann. Während meiner letzen Reise nach Nepal konnte ich ein Schamanenfest miterleben, bei dem auch seelisches Leid vieler Männer und Frauen geheilt wird. Alles passierte ohne Chemie und ohne viel Tamtam. Das Ritual dominierten Trommeln, Kräuter und Düfte. Mit den schamanistischen Arbeiten kann ich den Schwierigkeitsgrad meiner Kunst erhöhen, indem ich sie als Arbeit ohne Arbeit erscheinen lasse, wie ein Spiel.

Welchen Einfluss hat dieses Erlebnis auf Ihre neuesten Werke?
BENETIK: Mit meinen Bildern hat sich Merkwürdiges ereignet. Nach längerer Zeit verwende ich wieder rote Töne, die eine wahnsinnige Energie in sich tragen, alle anderen Töne aus dem Raum drängen und das Tempo in meinen Werken diktieren.

Wie kann eine Farbe das Tempo diktieren?
BENETIK: Wenn die Berührung einer anderen Farbe mit diesem Rotton vollzogen ist, müssen sehr schnell weitere folgen, damit sich dieser Punkt in der entstehenden Komposition wieder finden kann. In Minutenschnelle entsteht ein Bild. Dabei lasse ich mein Denken aus und gebe Gefühlen das Wort.

Wie kann man sich Ihre neuen Bilder vorstellen?
BENETIK: Ich baue sie von den Rändern her auf. Die Mitte bleibt leer. Da ist, wenn man will, viel Platz zum Nachdenken und Meditieren. Gleichzeitig ist die völlige Leere die "dichteste Stelle" im Bild. Eine große Rolle spielen die zufällig oder absichtlich aufgeklebten Stoffe von Frauen aus Nepal. Hier im schönen zweisprachigen Jaunstein/Podjuna erlebe ich die große Kultur der Nepalesen und ihrer Schamanen noch einmal mit den Bildern. Die langen Module und schlanken Formate erinnern an die steilen Hänge und die dünne Luft in Nepal.

Muss man die Philosophie der Schamanen verstehen, um Ihre Bilder interpretieren zu können?
BENETIK: Ganz gewöhnliche Menschen, die mich auf meiner Reise begleitet haben, konnten meine Bilder sofort verstehen. Mit Hilfe genauer Titel werde ich versuchen, die Kunstwerke zu erklären. Aber jeder Besucher muss sich selbst ein Bild machen. Es ist aber vor allem das Lachen, das ich von den Schamanen gelernt habe. Ich würde gerne sehen, dass die Menschen beim Betrachten meiner Bilder einfach lachen. Alles ist schöner, als es auf den ersten Blick erscheint.

Würden Sie gerne ganz nach Nepal ziehen?
BENETIK: Für mich ist Jaunstein/Podjuna ebenso wichtig. Die Energie, die Stille und die Luft, die man zum Leben braucht, sind auch hier vorhanden. Ich wohne in einem Dorf, wo ich täglich auf der Straße mehrere Sprachen höre. Klagenfurt ist kein guter Boden für mich. Es ist haarsträubend was sich in diesem Land politisch abspielt. Ich meide die große Gesellschaft. Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie ich in meinem Wohnort denke und arbeite.

INTERVIEW: R. KATZ-LOGAR

"Die Freiheit des Schamanen"

"Prostost samana"
1. Teil: im Februar in der Galerie d'arte il Cenacolo; Trento.
2. Teil: Mai 2008, Galerie Vorspann/Vprega in Bad Eisenkappel
3. Teil: Galerija Equrna in Laibach/Ljubljana

Foto

Foto © Katz-Logar

Foto © Katz-Logar

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