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    Zuletzt aktualisiert: 22.01.2008 um 15:30 Uhr

    Springer-Witwe gewinnt im Rechtsstreit um Erbe

    Die Frau des verstorbenen Verlegers behält zehn Prozent der Anteile, die sie von ihrem Enkel erworben hat.

    Foto © AP

    Im Rechtsstreit um das Erbe des Verlegers Axel Springer hat seine Witwe Friede gegen den Enkel Axel Sven gewonnen. Sie habe die zehn Prozent Anteile am Nachlass ihres verstorbenen Mannes wirksam von dessen Enkel erworben, erklärte das Hanseatische Oberlandesgericht am Dienstag. Daran gebe es keinen Zweifel. Damit bestätigte die Zivilkammer ein Urteil des Landgerichts und wies die Berufung des Enkels zurück.

    Die Richter zeigten sich überzeugt, dass der Verleger habe so testieren wollen, wie es seine Frau, Kinder und Enkelkinder nach seinem Tode vereinbart hätten. Der Wille, das Testament entsprechend zu ändern, habe bis zu seinem Tod bestanden. Das Gericht ließ keine Revision zu. Der Enkel hat laut einer Gerichtssprecherin aber die Möglichkeit, eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einzureichen.

    In früheren Testamenten hatte Springer laut Gericht seine Frau Friede zu 50 Prozent, seine Tochter Barbara und seinen Enkel Axel Sven zu jeweils 25 Prozent als Erben eingesetzt. Nach dem Tod des Verlegers am 22. September 1985 hätten sich die drei jedoch zusammen mit weiteren Angehörigen auf eine andere Verteilung geeinigt: Die Frau erhielt 70 Prozent, die Kinder Barbara und Raimund Axel Nikolaus jeweils zehn Prozent und die Enkelkinder Ariane und Axel Sven jeweils fünf Prozent. Dies sei der letzte, allerdings nicht formgerecht gefügte Wille des Verlegers gewesen, hieß es in der entsprechenden Urkunde.

    Sven Axel unterzeichnete laut Gericht damals und trat von seinem 25-Prozent-Anteil zehn Prozent an Friede Springer ab. Dies focht er jedoch im Sommer 2002 gerichtlich an. Er sei arglistig getäuscht worden, sein Großvater habe einen der vereinbarten Erbaufteilung zugrunde gelegten Willen nicht gehabt, hieß es. Friede Springer klagte auf Feststellung, dass ihr Zehn-Prozent-Anteil wirksam übertragen worden sei.


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