Wiener Filmmuseum setzt Hitchcock-Schau fort
Gesamtes Schaffen des "Masters of Suspense" ab 1948 ab 5. Jänner in Wien zu sehen. Den Auftakt zum "Gedenkjahr"-Zyklus am 16. Jänner bildet "Erinnerung an die Lager".

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Mit Hitchcock hat das vergangene Jahr geendet, und
mit Hitchcock beginnt auch das neue Jahr: Das Österreichische
Filmmuseum setzt die Anfang Dezember begonnene Retrospektive zum
"Master of Suspense" fort und nähert sich ab 5. Jänner dem zweiten
Teil seines Schaffens. Den Auftakt zu Alfred Hitchcocks Werk nach
1948 macht am Samstag "Strangers On A Train" (Der Fremde im Zug), am
4. Februar endet die Schau mit "Psycho". Unterdessen wird am 16.
Jänner anlässlich des Gedenkjahres 2008 ein neuer Zyklus gestartet,
der einen Schwerpunkt auf kinematografische Zeugnisse des 20.
Jahrhunderts legt.
Wichtiges Jahr für Hitchcock. 1948 war für Hitchcock ein prägendes Jahr, vollzog er doch den
Schritt vom Schwarz-Weiß- zum Farbfilm und in die Unabhängigkeit.
"Rope" (Cocktail für eine Leiche), sein erster selbst produzierter
Film, ist eine nahezu experimentelle Studie über Schuld und
Verbrechen, gedreht in zehnminütigen, ungeschnittenen Sequenzen.
Weder "Rope" noch das Melodram "Under Capricorn" (Sklavin des
Herzens) mit Ingrid Bergman wurden große Kassenerfolge, doch die
künstlerische Autonomie gab Hitchcock nie wieder auf. Spätestens mit
"Strangers On A Train" und "Rear Window" (Das Fenster zum Hof') wurde
sein Name endgültig zum Markenzeichen.
Hitchcocks Themen. "Sein obsessiver Stilwille ist der unablässige Versuch, das
Dickicht 'innerer' Obsessionen zu bannen", schreibt das Filmmuseum.
Hitchcocks "eindrückliche Inszenierung von Voyeurismus, Fetischismus
und ödipalen Konstellationen" führe "mitten in den Maschinenraum
jenes Imaginations- und Identifikationstankers, der Mitte des 20.
Jahrhunderts die Weltmeere beherrschte: das klassische Erzählkino
Hollywoods". Unter den Höhepunkten in Hitchcocks spätem Werk finden
sich unbekanntere Filme wie "Der falsche Mann" (mit Henry Fonda) oder
einstige Flops wie "Marnie", aber auch All-Time-Hits wie "To Catch A
Thief" (Über den Dächern von Nizza), "The Man Who Knew Too Much" (Der
Mann, der zu viel wusste), "North By Northwest" (Der unsichtbare
Dritte), "Psycho" oder "The Birds" (Die Vögel). Für das Filmmuseum
"herausstechend": "Vertigo" (Aus dem Reich der Toten).
TV-Produktionen des Regisseurs. Ein Aspekt, der in der Begeisterung über Hitchcock gern
unterschlagen wird, ist sein TV-Schaffen: Die Serie "Alfred Hitchcock
Presents" war ein Hauptgrund für seine weltumspannende Bekanntheit
und zugleich ein Terrain, auf dem er ebenso große Experimentierlust
und Innovationsfreude bewies wie im Kino. Teil 2 der Retrospektive
enthält daher nicht nur die Kinofilme, sondern sämtliche Werke ab
1948, u.a. auch den von ihm mitgestalteten Film "Memory of the Camps"
mit erschütternden Filmbildern der britischen Armee über die
Befreiung des KZ Bergen-Belsen im Jahr 1945.
Große Reihe geplant. Dieser Film wird am 16. Jänner gleichzeitig den Auftakt zu einer
Reihe von moderierten Veranstaltungen im Filmmuseum zum Gedenkjahr
2008 darstellen. Der erste Abend trägt den Titel "Erinnerung an die
Lager" und zeigt das Fragment jenes Films, der unter Beratung
Hitchcocks entstand, aber erst 1984 uraufgeführt worden war. Neben
dem Film wird weiteres Bild- und Tonmaterial vorgeführt, das im Zuge
der Befreiung von Bergen-Belsen entstand. Als Gast wird Toby Haggith,
Film- und Videokurator am Imperial War Museum in London, die
Hintergründe erläutern.















