Ex-US-Medienzar Black muss ins Gefängnis
Sein Unternehmen galt als eines der größten Zeitungsimperien der Welt - nun musste sich der Medienmacher vor Gericht wegen Betrugs verantworten. Sein Anwalt kündigte Berufung an.

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Der ehemalige US-Medienzar Conrad Black
muss für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er Aktionäre um mehr
als sechs Mio. Dollar (4,1 Mio. Euro) betrogen hat. Binnen zwölf
Wochen müsse sich der 63-Jährige in der Haftanstalt melden, ordnete
eine Bezirksrichterin am Montag (Ortszeit) in Chicago an. Zudem müsse
Black das Geld zurückerstatten und eine Strafe von 125.000 Dollar
zahlen. Blacks Anwälte kündigten Berufung an. Sie wollen erreichen,
dass ihr Mandant bis zu einer endgültigen Entscheidung auf Kaution
auf freiem Fuß bleibt.
"Schwerwiegende Straftat". "Sie haben eine sehr schwerwiegende Straftat begangen", sagte
Richterin Amy St. Eve, als Black vor ihr stand. "Offen gesagt, ich
verstehe nicht, wie jemand von ihrer Statur an der Spitze eines
Medienimperiums solche Taten begehen kann." Black habe das Vertrauen
von Investoren missbraucht. Er habe sich mit einem ausgefeilten
System bereichert und seine Schuld nie eingestanden. Mit der
Gefängnisstrafe blieb die Richterin aber dennoch weit hinter den
Forderungen der Staatsanwaltschaft von mehr als 20 Jahren zurück. Die
Richterin wollte zudem beantragen, dass Black seine Haftstrafe in
Florida verbüßen könne, wo er auch sein Anwesen in Palm Beach
behalten dürfe.
Große Blätter. Blacks Verlag Hollinger International veröffentlichte einst
Hunderte von Titeln - darunter so renommierte Blätter wie den "Daily
Telegraph" und die "Jerusalem Post". Sein Unternehmen galt als eines
der größten Zeitungsimperien der Welt. Ende der 90er Jahre geriet der
Konzern allerdings in den Sog der Medienkrise. Beim darauffolgenden
Verkauf von Teilen des Verlags entwickelten sich Black und seine drei
Mitbeschuldigten nach Auffassung der Staatsanwaltschaft zu
habgierigen Dieben und bereicherten sich an Firmenmitteln in
Millionenhöhe, statt sie an Investoren auszuschütten. Die
Mitangeklagten wurden zu Haftstrafen und Hausarrest mit
elektronischer Überwachung verurteilt.
Bedauern gegenüber Aktionären. Black sagte am Montag vor Verhängung des Strafmaßes zu der
Richterin, er wolle sein tiefes Bedauern gegenüber den Aktionären des
Hollinger-Konzerns zum Ausdruck bringen. Black hatte während des
gesamten Prozesses seine Unschuld beteuert. Einem Staatsanwalt
zufolge hatte Black einmal gesagt, er werde von "Nazis" und
"Fanatikern" verfolgt.
Hoffnung auf Freispruch. Ein Anwalt Blacks sagte nach dem Urteil, sein Mandant sei in
relativ guter Stimmung und glaube daran, dass er schließlich doch
noch freigesprochen werde. Black, ein gebürtiger Kanadier, ist
Mitglied im britischen House of Lords.














