Von Bernstein und Karantanen
Alfred Ogris legte seinen letzten Carinthia I-Band vor.
17 Jahre lang hatte Alfred Ogris die Schriftleitung der landeskundlichen Zeitschrift Carinthia I in Händen. In seinem vorläufig letzten Band (so wird es im Nachwort angekündigt) sind noch einmal all jene Themen zusammengefasst, die dem einflussreichen Historiker wichtig waren: die Archäologie mit ihren Erkenntnissen zur Vor- und Frühgeschichte, die Kirchengeschichte, die Volkskunde, die Kunstgeschichte und vor allem zeitgeschichtliche Fragestellungen im Umfeld der Minderheitenproblematik.
Beiträge. Im aktuellen, 575-seitigen Band, kommt letztere Thematik etwa in einem Beitrag von Reginald Vospernik über "Internierungen von Kärntner Slowenen im Jahre 1919" zum Tragen. Damals wurden zahlreiche Angehörige der Minderheit, darunter etliche Priester, als "Hetzer gegen Deutschösterreich" verhaftet, ein Schicksal, das sie mit jenen Kärntnern deutscher Volkszugehörigkeit teilten, die im vorplebiszitären Machtkampf vom SHS-Staat als Geiseln genommen wurden. Weitere Carinthia-Beiträge befassen sich mit "100 Jahre allgemeines Wahlrecht in Österreich" (W. Wadl), mit der "Meiseldinger Mundart" (P. Schöffmann), dem überaus kunstvoll gestalteten "Gebetbuch des Johann Siebenhirter in Stockholm" (K.-G. Pfändtner), mit Bernsteinfunden vom Magdalensberg (K. Gostencnik) oder mit alten wie neuen "Karantanischen Streitfragen" (H.-D. Kahl).















