Einmal vom Bankinstitut ins Literaturinstitut
Auf Literatour vom Rand zur Mitte und weiter.
Erste Station. Der kitab-Verlag hatte zur Stehparty in die Zveza-Bank geladen. Im Foyer stellte Mirko Bogataj sein neues Buch über "Die Kärntner Slowenen" vor. Untertitel: Ein Volk am Rand der Mitte. Dazu Bogataj sinngemäß: Zwischen deutscher und slawischer Welt seien die Kärntner Slowenen gewissermaßen Mitte, doch leider eine randständige. Bogatajs Hoffnung: "Dass mein Volk die beiden Welten verbindet, damit es bald nur noch eine Welt gibt." In der Wartezeit darauf lieh Hubert Repnik seine ORF-Stimme berührenden Textpassagen. Einiges aus dem Buch könnte in so manchem Funktionärsbüro hängen, etwa: "Nur wo du dich verstanden weißt, da bist du auch zu Hause".
"Wirklichkeitszerstörung". Das Werk unter den Arm geklemmt und ab in das Musil-Literaturinstitut, wo Hausherr Klaus Amann das Jahrbuch "Literatur/a 2007" vorstellte. Dann hieß es: Bühne frei für einen, der nicht aus der Mitte des Literaturbetriebes kommt, sondern wortgewaltig, manchmal wütend, auch genussvoll an dessen Rändern entlang hetzt. Und dabei ist er eben 60 geworden, der Werner Kofler. Zum runden Geburtstag erschien das Kofler-Lesebuch, "In meinem Gefängnis bin ich selbst der Direktor" - "Dann bin ich darin der Bibliothekar", meinte hintersinnig Klaus Amann. Der Herausgeber bilanzierte Koflers Schreiben als "Kunst der Verschwörung und der Wirklichkeitszerstörung", besonders aber als "Kritik an der verlogenen Erinnerungspolitik hierzulande". Der so Belobte las zwei Texte, die von anarchischem Sprachwitz und vom Spiel mit Zeichen und Bedeutung lebten. Apropos Spiel: Primus Sitter (Gitarre) und Michael Erian (Saxophon) steuerten exquisite musikalische Gustostückerln bei.















