Vitasek als "Märchenprinz" in neuem Film
Der Kabarettist spielt einen Mann in der Midlife-Crisis: "Das Drehbuch ist ein Glückstreffer."

Foto © ORF/Der MärchenprinzLudwig Hirsch, Susanne Lothar, Andreas Vitasek
Eigentlich hätte der neue Fernsehfilm von Xaver
Schwarzenberger "Das Schweigen der Männer" heißen sollen. "Aber
leider gibt es schon einen Schweizer Film mit diesem Titel", erzählte
der Regisseur gestern, Mittwoch, Abend beim Set-Besuch in einer
Nobelvilla in Wien-Döbling. Nun lautet der Titel der
ORF-BR-Koproduktion "Der Märchenprinz", was Schwarzenberger eher
widerstrebt. "Das ist mal der Arbeitstitel." Für die Geschichte einer
Trennung in der Midlife-Crisis arbeitet der Regisseur erstmals mit
Andreas Vitasek und Susanne Lothar.
Keine Lebenskrise. Vitasek - derzeit im Volkstheater in Nestroys "Jux" zu sehen -
spielt den "Märchenprinzen" Theo, der im Alter von 51 Jahren einer
jungen Geliebten (Sigrid Spörk) den Vorzug gegenüber seiner Frau Dani
gibt. Der Kabarettist ist selber gerade 51 Jahre alt - "ein Zufall",
wie er beteuert. Er selbst habe eine solche Midlife-Crisis nie
wirklich erlebt und sich auch nicht - wie Theo - ein Motorrad
gekauft. "Nur einen tiefer gelegten Sportwagen", grinst er, "so eine
Sexualkrücke". Den Gang ins Fitnessstudio werde er sich dagegen
durchaus überlegen.
Vitasek über Kollegen. Das Drehbuch von Schwarzenbergers Frau Ulli bezeichnete Vitasek
als "Glückstreffer". "Und ich fühle mich sehr geehrt, mit solch
tollen Schauspielern arbeiten zu können." Susanne Lothar konnte
dieses Kompliment zurückgeben. "Wir werden sicher wieder einen Film
miteinander machen." Ihre eigene Figur - die verlassene Ehefrau, die
sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zieht - hat sie durchaus
nach ihrem eigenen Willen gestaltet, so Lothar. Gab es da Debatten?
"Nein, nur einen Regisseur, dem das gefallen hat." Sie spiele nun mal
"nicht so gerne Waschlappen".
"Kein Klamauk". Ob der Film nun komisch oder tragisch wird, darüber waren sich
Vitasek und Lothar jedoch nicht einig: "Drama ist es nicht", meinte
die deutsche Schauspielerin. Vitasek ergänzt: "Aber auch kein
Klamauk." Schwarzenberger selbst lässt sich nicht so gern in
Schubladen stecken: "Es geht auf jeden Fall um etwas Ernsthaftes."
Dementsprechend ernsthaft wurde in der Villa auch gearbeitet.
"Schwarzenberger lässt einem sehr viel Freiheit und hat trotzdem
einen genauen Plan", begrüßte Lothar die Arbeitsweise in Wien. Und
Vitasek lobte den Schauplatz: "Ein irrsinnig tolles Haus. Hier blickt
man auf Weinberge und den Friedhof - da relativiert sich alles."
"Stottern nicht leicht". Ebenso wie Vitasek und Lothar ("die unterschiedliche Schule hat
mich gereizt") waren Ludwig Hirsch ("eine alte Liebe von mir") und
das "Traumpaar" Nadja Tiller/Walter Giller ("die klassische
Starbesetzung der 50er und 60er Jahre" spielt das Elternpaar von
Dani) der Wunsch-Cast für Schwarzenberger. Hirsch könne
"Grenzexistenzen sehr gut", so der Regisseur, der den Musiker als
stotternden Verehrer von Dani besetzt hat. "Stottern ist gar nicht so
leicht", meinte Hirsch zurückhaltend. An "Märchenprinzen" glaubt er
nicht: "Aber vielleicht bin ich ja einer."
Features
Fakten
Der ORF-Sendetermin für die Produktion der Wiener MR Film steht noch nicht fest, wird aber voraussichtlich 2008 sein.














