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Zuletzt aktualisiert: 06.12.2007 um 15:13 Uhr

Vitasek als "Märchenprinz" in neuem Film

Der Kabarettist spielt einen Mann in der Midlife-Crisis: "Das Drehbuch ist ein Glückstreffer."

Ludwig Hirsch, Susanne Lothar, Andreas Vitasek

Foto © ORF/Der MärchenprinzLudwig Hirsch, Susanne Lothar, Andreas Vitasek

Eigentlich hätte der neue Fernsehfilm von Xaver Schwarzenberger "Das Schweigen der Männer" heißen sollen. "Aber leider gibt es schon einen Schweizer Film mit diesem Titel", erzählte der Regisseur gestern, Mittwoch, Abend beim Set-Besuch in einer Nobelvilla in Wien-Döbling. Nun lautet der Titel der ORF-BR-Koproduktion "Der Märchenprinz", was Schwarzenberger eher widerstrebt. "Das ist mal der Arbeitstitel." Für die Geschichte einer Trennung in der Midlife-Crisis arbeitet der Regisseur erstmals mit Andreas Vitasek und Susanne Lothar.

Keine Lebenskrise. Vitasek - derzeit im Volkstheater in Nestroys "Jux" zu sehen - spielt den "Märchenprinzen" Theo, der im Alter von 51 Jahren einer jungen Geliebten (Sigrid Spörk) den Vorzug gegenüber seiner Frau Dani gibt. Der Kabarettist ist selber gerade 51 Jahre alt - "ein Zufall", wie er beteuert. Er selbst habe eine solche Midlife-Crisis nie wirklich erlebt und sich auch nicht - wie Theo - ein Motorrad gekauft. "Nur einen tiefer gelegten Sportwagen", grinst er, "so eine Sexualkrücke". Den Gang ins Fitnessstudio werde er sich dagegen durchaus überlegen.

Vitasek über Kollegen. Das Drehbuch von Schwarzenbergers Frau Ulli bezeichnete Vitasek als "Glückstreffer". "Und ich fühle mich sehr geehrt, mit solch tollen Schauspielern arbeiten zu können." Susanne Lothar konnte dieses Kompliment zurückgeben. "Wir werden sicher wieder einen Film miteinander machen." Ihre eigene Figur - die verlassene Ehefrau, die sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zieht - hat sie durchaus nach ihrem eigenen Willen gestaltet, so Lothar. Gab es da Debatten? "Nein, nur einen Regisseur, dem das gefallen hat." Sie spiele nun mal "nicht so gerne Waschlappen".

"Kein Klamauk". Ob der Film nun komisch oder tragisch wird, darüber waren sich Vitasek und Lothar jedoch nicht einig: "Drama ist es nicht", meinte die deutsche Schauspielerin. Vitasek ergänzt: "Aber auch kein Klamauk." Schwarzenberger selbst lässt sich nicht so gern in Schubladen stecken: "Es geht auf jeden Fall um etwas Ernsthaftes." Dementsprechend ernsthaft wurde in der Villa auch gearbeitet. "Schwarzenberger lässt einem sehr viel Freiheit und hat trotzdem einen genauen Plan", begrüßte Lothar die Arbeitsweise in Wien. Und Vitasek lobte den Schauplatz: "Ein irrsinnig tolles Haus. Hier blickt man auf Weinberge und den Friedhof - da relativiert sich alles."

"Stottern nicht leicht". Ebenso wie Vitasek und Lothar ("die unterschiedliche Schule hat mich gereizt") waren Ludwig Hirsch ("eine alte Liebe von mir") und das "Traumpaar" Nadja Tiller/Walter Giller ("die klassische Starbesetzung der 50er und 60er Jahre" spielt das Elternpaar von Dani) der Wunsch-Cast für Schwarzenberger. Hirsch könne "Grenzexistenzen sehr gut", so der Regisseur, der den Musiker als stotternden Verehrer von Dani besetzt hat. "Stottern ist gar nicht so leicht", meinte Hirsch zurückhaltend. An "Märchenprinzen" glaubt er nicht: "Aber vielleicht bin ich ja einer."


Fakten

Der ORF-Sendetermin für die Produktion der Wiener MR Film steht noch nicht fest, wird aber voraussichtlich 2008 sein.

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