Verdi im Blumenregen
Mit Verdis "Ernani" wurde die neue Opernsaison an Teatro Verdi in Triest eröffnet. Es war ein Fest der Stimmen mit blutroten Kostümen und Bühnenbild.

Foto © APAFranco Vasallo (zweiter von rechts) hier bei einem anderen Stück
In Galauniform und mit Säbeln aufgeputzte Carabinieri beim Eingang, viel Prominenz aus Stadt und Region, die Damen in edlen Roben und trotz der milden Temperaturen in Pelzmänteln, die Herren in dunklen Smokings, vor Vorstellungsbeginn die europäische und italienische Hymne: So erlebt man wie jedes Jahr die Eröffnungsgala der neuen Opernsaison am Teatro Verdi in Triest.
Bühnenpräsenz. Und es ist auch hier Tradition den Sängern als Zeichen der Begeisterung am Ende einer Premiere Blumen vor die Füße zu werfen. Diesmal regneten sie von der Galerie besonders heftig, verdientermaßen, denn die Protagonisten bei Giuseppe Verdis früher Oper "Ernani" faszinierten ausnahmslos: Allen voran Ferruccio Furlanetto, der Grandseigneur der Bässe, als finsterer, unerbittlicher Silva mit enormer Bühnenpräsenz und intensivem Ausdruck.
Nobel. Franco Vassallo war ein ungemein nobel und weich timbrierter Don Carlo. Roberto Aronica punktete als Titelheld, der an den heute eher grotesk als heroisch anmutenden Ehreschwur gebunden ist, mit müheloser Höhe und viel Schmelz. Über eine große Stimme, die sie aber auch innig zurücknehmen kann, verfügt Sondra Radvanovsky als Elvira, es fehlt ihr etwas an "Italianita". Beeindruckend an Stimmgewalt und Ausdruck war auch der Chor des Hauses, was man jedoch vom Orchester des Teatro Verdi nicht behaupten kann: Denn unter Stefano Ranzani wurde mit zu wenig dramatischen Zupack und Feuer musiziert.
Arrangements. Blutrot, geprägt von omnipräsenten Rachegedanken sind nicht nur die spanisch stilisierten Kostüme, sondern auch das Bühnenbild mit seinen zackigen Stiegen und verschiebbaren Wänden: Sie stammen von Altmeister Pier Luigi Pizzi, der auch für die ideenlose, aber in Italien offensichtlich immer noch so geliebte "Nicht-Regie" verantwortlich zeichnet: Auftritte und Abgänge, ansonsten Statik, bildhafte Arrangements und jede Menge gezückte Schwerter und Dolche. Das war's! Jubel!















