Heimat ist ein dehnbarer Begriff
Gelungene Uraufführungen im Landhaus: Der Kammerchor Klagenfurt-Wörthersee präsentierte neue Kärntnerlieder.
Zu guter Letzt standen sie zum begeisterten Schlussapplaus alle auf der Bühne: Allein 14 Komponisten waren gekommen, um den Uraufführungen ihrer Werke zu lauschen. Es ist aber auch ein singuläres Projekt des Kammerchors Klagenfurt-Wörthersee, der Kärntner Tonschöpfer animiert hatte, neue "Kärnten-Lieder" zum Thema "Mein Land" zu schreiben. Über 40 Beiträge wurden auf eine Doppel-CD aufgenommen, die jetzt im Wappensaal des Landhauses präsentiert wurden.
Faszination. Faszinierend sind dabei die vielfältigen Zugänge: Traditionelle Liedsätze hörte man bei Hedi Preissegger "Im Land is schon still" mit einer Intervallfolge des Kärntner Heimatliedes, bei "Vom Mittagskogl zur Turracher Höh" des erst 24-jährigen Friedrich Schwarz oder bei den "Klagenfurta Liadlan" von Walter Kraxner. Gerhard Prinz schuf mit "An Kärnten" gleich eine an Brahms erinnernde Hymne. Günther Antesberger ließ uns mit seinen Liedern in dunkelfarbige Melancholie eintauchen. Hingegen schuf Nikolaus Fheodoroff mit "Aus meinem Schälchen" ein auf einer freien Zwölftonreihe basierendes, bruchstückhaftes Werk. Roland Streiner verwendete in "Windstül" viele jazzige Elemente. Mit "Heimat ist ein dehnbarer Begriff" schuf Thomas Modrej ein zweisprachiges, fesselndes Clustergebilde, das sich beim Wort "dehnbar" unendlich auffächert. Unterbrochen wurden die Uraufführungen immer wieder von "alten Hits", bei deren Interpretation besonders auf Originaltreue Bedacht genommen wurde.
Souverän. Und der Kammerchor selbst war unter seinem souveränen Leiter Christian Liebhauser-Karl in Topform, was auf eine akribische Probenarbeit hindeutet: Wunderbare Intonationsreinheit, ausbalancierte Homogenität, große Wortdeutlichkeit und viele, feine Abstufungen im Ausdruck.
Features
Letzte Wiederholung
Am Sonntag, 14. 10., 17 Uhr, Wappensaal des Landhauses. Karten: www.kammerchor-woerthersee.at















