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    Zuletzt aktualisiert: 19.08.2007 um 13:47 Uhr

    Brauchtumsfeste sind zünftige Geldquellen

    Kirchtage & Co. kurbeln die Wirtschaft auf dem Land kräftig an. Besucheransturm bringt mitunter die Organisatoren zum Schwitzen.

    Auf jedem Kirchtag wird getanzt

    Foto © APAuf jedem Kirchtag wird getanzt

    Ins Südkärntner Globasnitz kamen vergangenen Mittwoch 15.000 Menschen, um beim dortigen Farantfest – einem Mix aus Brauchtumsfest, Bauernladen und Weinverkostung – zu feiern. Sonntag werden tausende zum Honigfest nach Hermagor und zum Wildfest nach Metnitz kommen. Daneben gibt es noch zig Feuerwehr-, Landjugend- und Sportler-Feste. "Viel zu viele", stöhnen die Kärntner Wirte. Denn: Auch wenn sie mit einem mehrtägigen Fest den Umsatz von einem Monat erwirtschaften können, Freude haben sie mit den Festen keine. Ein Großteil wird nämlich von Vereinen organisiert.

    Wirtschaftsfaktor. Dabei sind die Feste ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor. Durchschnittlich 35 Euro gibt jeder Besucher an einem Festtag aus. Auf den Villacher Kirchtag und seine 250.000 Besucher hoch gerechnet sind das 8,8 Millionen Euro. Am Bleiburger Wiesenmarkt mit 150.00 Besuchern werden also 5,25 Millionen Euro an drei Tagen umgesetzt.

    Bäuerlich zieht an. Auch Brauchtumspuristen stimmen mit den Wirten ein und meinen "es gibt zu viele Feste." Wolfgang Lattacher, Brauchtumsexperte vom Kärntner Heimatwerk kontert: "Brauchtum muss sich ja weiterentwickeln, es soll ja schließlich gebraucht werden."

    Tradition. Die Anziehung der Feste macht für Lattacher vor allem das bäuerliche und traditionelle aus. "Wenn man die regionale Verankerung spürt, wie etwa in Globasnitz, dann wird es von den Gästen auch angenommen."

    Organisation. Was Festbesucher nur selten sehen: Die Probleme, die mit der Organisation verbunden sind. Denn nur selten sind die Organisatoren hauptberuflich tätig. Das Farantfest in Globasnitz etwa wird immer von der Bauerninitiative veranstaltet, die vor einem Jahrzehnt die Idee dazu hatte. "Bei uns ist die Struktur nicht mitgewachsen, wir haben mittlerweile Aufgaben, die uns nicht zustehen – etwa dass wir Straßen sperren müssen und Parkplätze schaffen", erklärt Stefan Pototschnig, Obmann der Bauernschaft. Das Marketing und die Inszenierung der Feste stört Lattacher nicht. "Die einzelnen Feste stehen ja im Wettbewerb zueinander, man wirbt um Besucher und mit einem Marktschreier erreicht man eben nicht so viele."

    THEMA-TEAM: ESTHER FARYS UND THOMAS CIK

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