Frequency '08: Es regnete Hypes und Hyperaktivität
Frequency, Tag zwei und drei: Auf die Fantastischen Vier, Justice & The Hives war trotz Regen Verlass. Auf Pete Doherty nicht.

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24-Stunden-Dauerberieselung. Zuverlässig wie immer schwindelte sich der Regen als Zeremonienmeister aufs Line-Up des Frequency-Festivals. Das sah so aus: Gummistiefel waren ausverkauft, Füße und Schuhe steckten in Müllsack-Montur, statt Zigaretten schnorrte man Regenponchos.
Zeitverschiebung.
Äußere Umstände, die den Briten vertraut sind: Rupert Browne, Frontmann von Chikinki, schmetterte sich im Blumenhaarband seinen Frust von der Seele.
Dirty Pretty Things, die mit Sänger Carl Barât rationalere Hälfte der Ex-Libertines, sollte mit einem Tag Zeitverschiebung gegen die andere Hälfte, die Babyshambles mit Skandalnudel Pete Doherty, antreten.
Brave Buben.
Wieder bestätigte sich das Klischee: Carl kam, Pete nicht. Da ist auf ihn Verlass wie auf den Regen in Salzburg. Angeblich hat er den Flieger verpasst. Zuerst verhaltene Gesten, geradliniger Britrock.
Später ein wütendes "Bang Bang You're Dead" und ein fantastisches "Hippy's Son". Adam Green, Everybody's Darling aus New York, tänzelte auf die Bühne. Böse Buben sehen anders aus.
Vorbild.
Pelle Almquist, Sänger von The Hives, könnte Vorbild sein. Im Anzug mimte er den Rock 'n' Roll-Rowdy. Rannte hyperaktiv auf der Bühne hin und her, schwang den Mikroständer und forderte Applaus ein. Die Fans zeigten sich textsicher. Nicht nur beim Hit "Tick Tick Boom".
Ein Highlight wartete im neuen UK-Weekender-Zelt. Das britische Indie-Quintett The Indelicates drehte in feiner Club-Atmosphäre ordentlich mit einem Mix aus Noise-Rock, Folk und Punk auf. Bitte merken!
Heldenhaft.
Die wahren Helden des Tages waren die Fantastischen Vier. "No matter what weather!", munterte Michi Beck die Menge auf. Die deutschen Rapper haben's auch nach fast 20 Jahren Bühne drauf, egal, ob "Tag am Meer", "Troy" oder "Pipis und Popos". Sie gaben alles. Und stets neu.
Tag drei: Ein bezauberndes Kaizers Orchestra präsentierte feinsten Klezmer-Rock, regte die Wadenmuskeln der Gäste an und erntete kräftig Beifall für die Schmähs auf Pete Doherty. Damit punkteten auch die soliden Deutschrocker Madsen. Sebastian und Co. ernteten Singchöre.
Und als es langsam dunkel wurde und Dropkick Murphys sich in Selbstliebe suhlten, erhellte das französische DJ-Duo Justice Ohren und Beine. Hinter Pulten versteckt, bastelten sie zum Hit "D.A.N.C.E." ein minutenlanges Klanggeflecht. Die Fans dankten mit aufblasbaren Kreuzen und Kondomen.
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Rund 90 Acts treten bis einschließlich Samstag auf, die Veranstalter rechnen mit 120.000 Besuchern.
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Auch mit dabei: Die Fantastischen VierFoto © APA
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