Großer Abend mit beseelten Streichern
Die "Kremerata Baltica" begeisterte in Villach.
Wenn die "Kremerata Baltica" wie am Mittwoch im Congresshaus Villach konzertiert, dann führt der homogene wie auch nuancenreiche Klangkörper in scheinbar verschlossene musikalische Bezirke. Ihr Kopf ist und bleibt aber Gidon Kremer. Arvo Pärts "Fratres" für Violine, Orchester und Schlagwerk ist ein Beispiel für die minimalistische Handschrift des Komponisten, der seine Ideen zurückhaltend und eintönig fließen lässt, mit Signalen aus dem Schlagwerk belebt und mit Figuren der Solovioline in Fluss hält. Letztere führt Kremer eindringlich und souverän, die Streicher folgen gekonnt und willig.
Ausgeklügeltes Dreiklangsystem. Ein Doppelkonzert für Violine, Viola, Streicher und präpariertes Klavier ist Arvo Pärts "Tabula rasa", das im ausgeklügelten Dreiklangsystem des Komponisten scheinbar wenig Bewegung zeigt. Über diesem musikalischen Netz des Streichorchesters turnt Gidon Kremers Violine in höchster Kunstfertigkeit klar und eindringlich im Klang, sowie feinnervig begleitet auf der Viola von Ula Ulijona. Das präparierte Klavier zeigt in kurzen Akkorden Zäsuren in den Tonfolgen an.
Eindeutige Akzente. Krönender Abschluss war das Streichquartett Es-Dur op. 127 von Beethoven, bearbeitet von Victor Kissine. Hier verstimmt zunächst das zu einem Streichorchester aufgeblasene Quartett. Die Sorge ist indessen unbegründet, da sich aus der musikalischen Watteverpackung die vier Soloinstrumente lösen und eindeutige Akzente setzen. Das zu Beethovens späten Streichquartetten zählende Werk wurde von Gidon Kremer in ein Klangwunder absoluter Musik gehoben. Beseelte Streicher machten den Abend zu einem viel beklatschen Ereignis.














