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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2007 um 01:15 Uhr

Hader im Interview: "Das ist alles bei Shakespeare drin"

"Hader muss weg", erstmals auch in Kärnten. In seinem neuen Kabarettprogramm verleumdet sich Josef Hader als "kopfloses und triebgesteuertes Wesen".

JOsef Hader, am Samstag und am Sonntag zu Gast in der Burgarena Finkenstein: "Im täglichen Leben sich sehr normal"

Foto © APAJOsef Hader, am Samstag und am Sonntag zu Gast in der Burgarena Finkenstein: "Im täglichen Leben sich sehr normal"

Als Josef Hader letzten Sommer mit seinem Solo-Stück "Husten" bei den Salzburger Festspielen debütierte, lagen Husten-, Lach- und Würgereiz nah beieinander. Ähnliche Reaktionen dürfte auch sein neues Kabarett auslösen, das am Wochenende erstmals in Kärnten zu erleben ist. Motto der beiden Abende in Finkenstein: "Hader muss weg". Bevor der begnadete Menschendarsteller sich selber beseitigt, haben wir ihn in seinem burgenländischen Wahlheimatort Wiesen zum Interview gebeten.

Herr Hader, stören wir Sie gerade beim Rasenmähen?
JOSEF HADER: Nein, nein. Ich habe einen älteren Sohn, der das gerne macht. Der ist ja in Wien aufgewachsen. Ich bin ein Bauernkind und froh, wenn ich nicht zuviel zu tun hab´ mit der Natur.

Für Ihre bodenständige Herkunft ist Ihr neues Programm reichlich morbid. Laut Inhalt kommen darin unter anderem vor: "Eine heruntergekommene Tankstelle, ein grindiges Lokal, eine Schusswaffe und zirka sieben verpfuschte Leben". Was reizt Sie so sehr an verpfuschten Existenzen?
HADER: Nehmen Sie einmal Theaterautoren her, die etwas über ihre Gesellschaft aussagen wollten: zum Beispiel Ödön von Horvath oder Qualtinger. Glauben sie, die hätten irgendein Stück gemacht, das nicht von Ungustln und verzweifelten Menschen handelt? Warum muss bei mir geschossen, gestorben werden? Da sag´ ich: das ist alles bei Shakespeare drinnen. Und ein besseres Vorbild kann man ja nicht haben!

Würden Sie das noch als Kabarett bezeichnen?
HADER: Mit Ein-Mann-Theater tu ich mir leichter.

In "Hader muss weg" kommen überraschenderweise auch Sie selber vor und sagen von sich: "Ich würd´ gerne als kopfloses, triebgesteuertes Wesen wiedergeboren werden, aber zwei Mal dasselbe geht ja nicht". Ist die Lage wirklich so hoffnungslos?
HADER: Das sagt der Josef Hader, weil er glaubt, er muss jetzt sterben. Irgendetwas Abgründiges muss schon an ihm sein, sonst würden ihm nicht ständig so komische Sachen einfallen.

Ganz normal sind Sie also nicht?
HADER: Zumindest im Interview würde ich das nicht zugeben. Obwohl: Im täglichen Leben bin ich schon sehr normal, weil es einfach bequemer ist.

In "Hader muss weg" hantiert Hader mit "Koks". Haben Sie keine Sorge, ein falsches Vorbild abzugeben. Immerhin machen Sie Werbung für die Kindernothilfe?
HADER: Der Hader ist in dem Stück so unsympathisch und schlecht drauf, dass man gar nicht auf die Idee kommt, ihn nachzumachen. Zur Beruhigung: Ich habe noch nie Drogen genommen.

Zuletzt sind Sie für die Fernsehdoku "Wie die Bibel heilig wurde" durchs Heilige Land gereist. Gibt es bereits neue Filmprojekte?
HADER: Anfang 2008 gibt es die Verfilmung eines neuen Wolf Haas-Romans, Titel: "Der Knochenmann", wo ich den Privatdetektiv Brenner spiele. Sonst lasse ich mir mit Filmprojekten eher Zeit und spiele jetzt einmal zwischen Südtirol und Hamburg mein neues Programm. Damit bin ich ein paar Jahre unterwegs.

INTERVIEW: E. HIRTENFELDER

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