Industriefotograf Bernd Becher gestorben
Gemeinsam mit Frau Hilla wurde er 1990 mit dem Goldenen Löwen der Kunstbiennale Venedig ausgezeichnet. Seine Werke sind umfassende Dokumentationen der Entwicklung von Industriebauten in Europa und den USA.

Foto © APABernd Becher
Der Fotokünstler Bernd Becher ist tot. Er
starb am Freitag im Alter von 75 Jahren bei einer schwierigen
Operation in einem Rostocker Krankenhaus, wie dpa am Sonntag aus dem
engeren Freundeskreis Bechers erfuhr. Bernd Becher gehörte mit seiner
Frau Hilla (72) zu den herausragenden Industriefotografen der
Gegenwart. Für ihren Beitrag zum deutschen Pavillon der 44.
Kunstbiennale in Venedig 1990 wurden sie mit dem Goldenen Löwen
ausgezeichnet.
Schüler. Besondere Bedeutung erhielt das Ehepaar Becher durch die
Lehrtätigkeit an der Kunstakademie in Düsseldorf, an der Bernd Becher
1976 Professor wurde und bis 1999 in der Künstlerklasse für
Fotografie unterrichtete. Zu den zahlreichen Schülern des Ehepaares
gehören die Fotokünstler Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff,
Axel Hütte und Candida Höfer. Vertreter der so genannten "Becher-
Schule" gehören heute zu den weltweit renommiertesten und teuersten
Fotokünstlern auf dem internationalen Kunstmarkt. Ihren
künstlerischen Ansatz, Industrieanlagen sachlich-nüchtern zu
fotografieren, gaben die Bechers an der Kunstakademie weiter. Vor
zwei Jahren zeigte das Ehepaar eine umfassende Retrospektive, deren
internationale Tournee in Düsseldorf begonnen hatte.
Ausstellungen. Sammlungen ihrer Fotografien finden sich in zahlreichen Museen im
In- und Ausland, unter anderem in der Tate Gallery in London, dem
Museum of Modern Art und dem Metropolitan Museum of Art in New York.
Das Stedelijk-Museum Amsterdam zeigte 2002 anlässlich der Verleihung
des mit 150.000 Euro dotierten Erasmus-Preises Industriefotografien
der Bechers. 2004 bekamen sie den Internationalen Preis für
Fotografie der schwedischen Hasselblad-Stiftung zusammen mit der
Hasselblad-Goldmedaille. In der Begründung hieß es über das
Düsseldorfer Künstlerpaar: "In über vierzig Jahren haben sie das Erbe
der industriellen Vergangenheit dokumentiert."
Umfassende Dokumentationen. Über Jahrzehnte hinweg schufen Bernd und Hilla Becher mit ihren
Bildern eine umfassende Dokumentation der Entwicklung von
Industriebauten in Europa und den USA. Auf den Bildern erfassten sie
einzelne Bauwerke, aber auch ganze Industrieanlagen. Fördertürme,
Hochöfen, Fabrikhallen und hielten sie in den verschiedenen
Erscheinungsformen im Wandel der Zeit fest. In Bilderserien stellten
sie Typologien funktionaler Bauten dar oder auch deren Verschwinden.
In zahlreichen Bildbänden sind die Werke publiziert.
Tradition und Stilrichtung. Beispielsweise dokumentierten sie seit Mitte der 1950er Jahre die
vielfältigen Erscheinungsformen von Wassertürmen in Mittel- und
Westeuropa und den USA. Sie zeigten diese an sich funktionalen
Zweckbauten in einer großen Formenvielfalt, die auch nationale
Traditionen und Stilrichtungen erkennbar macht.
Bernd Becher wurde am 20. Aug. 1931 in Siegen geboren. Er
studierte Malerei und Lithographie an der Staatlichen Kunstakademie
in Stuttgart und Typographie an der Staatlichen Kunstakademie in
Düsseldorf. Seit 1959 arbeiteten Becher und seine spätere Frau Hilla
als freie Fotografen.
Features
Bernd Becher
Geboren: 20. Aug. 1931 in Siegen
Er studierte Malerei und Lithographie an der Staatlichen Kunstakademie
in Stuttgart und Typographie an der Staatlichen Kunstakademie in
Düsseldorf.
Becher und seine spätere Frau Hilla arbeiteten seit 1959 als freie Fotografen.














