Diverse Wechselbäder beim Nova Rock
Pearl Jam solide, Linkin Park bravourös. Und Stone Sour entpuppten sich als wahrer Abräumer beim Nova Rock, das am Sonntag zu Ende ging.

Foto © APALinkin Park
Mit ungebrochener Spiellaune tobten Energie-Ed Vedder und Pearl Jam in der Nacht auf Sonntag durch ihr Set. Allein: Motivation ist nicht alles. Neueres PJ-Material wurde von den Anhängern zurückhaltend zur Kenntnis genommen, Klassiker wie "Even Flow" oder das Neil-Young-Cover "Rockin' In The Free World" trösteten über gewisse Längen hinweg. Bittere Erkenntnis: Es ist schon länger her, dass Pearl Jam einen wirklich tollen Rock-Song kreiert haben.
Beste Stimmuung
Die kanadische For-
mation Billy Talent sorgte auf der zweiten Bühne, der
Red Stage, die besucherzahlen-
mäßig zur Hauptbühne mutierte, für die
beste Stimmung des 1. Tages.
Abseits der Bühne vermieden die in Ehren ergrauten Herren aus Seattle übrigens jeglichen Promotion- und Fankontakt. Leutseliger gaben sich die Cross-Over-Haudegen Linkin Park, die sich zu einem Meet & Greet mit zahlreichen Anhängern vergattern ließen. Auf der Bühne zeigten sich die Kalifornier in Topverfassung, mischten Altbewährtes mit Songs der pressfrischen CD "Minutes To Midnight".
Zahnlosschockrock. Augenscheinlicher Effekt auch an Tag zwei: Auf der eigentlichen Nebenbühne, der Red Stage, ging die Post heftiger ab, die härtere Fan-Fraktion hat dort endgültig ihr Zuhause gefunden. Zum Beispiel bei den Hardrockern Stone Sour, der Kombo mit Ex-Slipknot-Mitglied Corey Taylor am Mikrofon. Das Publikum stand wie eine Mauer hinter den mit zahlreichen F-Wörtern gespickten Ansagen des Frontmannes. Ebenfalls zu den Abräumern zu zählen sind die Nordlichter In Flames. Dem hatte an diesem Tag der eigentliche Headliner Marilyn Manson nichts drauf zu setzen. Nach langem Intro verpuffte der Auftritt des Schock-Rockers überraschend zahnlos.
Fakten
Nicht alles aus Deutschland importierte war eine Geschmacksverwirrung. Der Kultclub FC St. Pauli bot an einem eigenen Stand originelle T-Shirts feil.
Bissiges Publikum. Bissiger als Manson war das Publikum: Einige Ungeduldige räumten kurzerhand Absperrungen aus dem Weg, um sich besseren Zugang zum Bühnenbereich zu verschaffen. Info für alle Wetterfühligen: Zum Gig von Linkin Park gesellte sich Samstagnacht erstmals beim heurigen Nova Rock Regen, die Tropfen taten den Staublungen der Fans gut. Am Schlusstag, an dem viele der 50.000 Gäste frühzeitig abreisten, heizte die Sonne wieder vom Himmel, harte Klänge kamen unter anderem von den Staggers aus Graz, Clawfinger und den Rock-Röhren H-Blockx. In der Nacht auf heute salutierten Mando Diao auf, als Festival-Rausschmeißer fungierten The Killers und Slayer.
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Fakten
Bei einem Sturmunglück am Freitagabend in Mestre bei Venedig wurden auf einem Festivalgelände mehrere Scheinwerfertürme umgeweht und mindestens acht Fans schwerer verletzt. In Mitleidenschaft gezogen wurde auch Teile des Equipments von Linkin Park und Pearl Jam.
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