Straßenreinigung zerstörte Kunstwerk bei documenta
Das Kunstwerk der chilenischen Künstlerin Lotty Rosenfeld besteht aus weißen Kreuzen auf Asphalt. Die "Die Dreck-Street-Boys" der Stadtreinigung machten kurzen Prozess damit.

Foto © APDie chilenische Künstlerin Lotty Rosenfeld
Zwei Tage vor der Eröffnung ist das erste Werk der
diesmaligen documenta schon zerstört. Eine Arbeit der aus Chile
stammende Künstlerin Lotty Rosenfeld fiel am Donnerstag der Kasseler
Stadtreinigung - den so genannten "Dreck Street Boys" - zum Opfer, bestätigten die Ausstellungsmacher einen
Bericht des Hessischen Rundfunks. Rosenfeld hatte weiße Kreuze auf
Straßen in Kassel gemalt. Die nicht informierten Stadtreiniger rissen
aufgeklebte Markierungen ab und entfernten die Kreuze.
"Persönlich verletzt".
Die Künstlerin zeigte sich "entsetzt" über die Zerstörung eines ihrer Kunstwerke. "Ich bin
persönlich wirklich verletzt. Es ist ein Akt der Gewalt und ich fühle
mich missachtet", sagte die Chilenin am Freitag der Deutschen
Presse-Agentur in Kassel. Schuld an der Panne sei aber auch die Leitung der am Samstag
beginnenden "Weltkunstausstellung", meinte Rosenfeld. "Die documenta
hat sich zu wenig für das Werk eingesetzt. Ich bin als
documenta-Künstlerin wirklich enttäuscht."
Meile aus Kreuzen.
Rosenfelds Arbeit ist eine Anlehnung an eine eigene Aktion 1979 im
damals noch diktatorisch von Auguste Pinochet regierten Chile. Für
"Una Milla de Cruces sobre el Pavimento" (Eine Meile aus Kreuzen auf
dem Asphalt) hatte sie die Fahrbahnmarkierungen durch einen
Querstrich ergänzt und so Dutzende Kreuze auf die Straße gemalt. Mit
dieser illegalen Aktion hatte Rosenfeld gegen die Gewalt des Regimes
protestieren wollen.
Features
Die Documenta
Die Documenta in Kassel gilt als eine der wichtigsten Kunstausstellungen der Welt. Sie fasst nicht nur die aktuellen Tendenzen moderner Kunst zusammen, sondern ist zugleich ein Ort für neue Ausstellungskonzepte. Sie findet alle fünf Jahre statt und dauert 100 Tage.
















