Wiener Festwochen mit flauer Power offiziell eröffnet
Gefällige "Melange" vor 50.000 am Rathausplatz - Hubert von Goisern, Wiener Sinfonie Orchester und Toleranz-Tanz als Lichtblicke.

Foto © APAMusikalisches Crossover: Goisern und McFerrin
Die Wolken hingen tief, als Hubert von Goisern
gestern, Freitag, Abend die große Bühne vor dem Wiener Rathaus
betrat. Aber das Wetter blieb bis kurz vor Schluss auf Seiten der
Wiener Festwochen und des Publikums, das sich wie immer zahlreich zur
offiziellen Eröffnung eingefunden hatte. Traditionell startete das
Festival mit einer bunten musikalischen Mischung, heuer von Bobby
McFerrin über Joe Zawinul bis Missy May. Doch die "Melange", wie
Hubert von Goisern scherzhaft meinte, blieb insgesamt flau - und die
rund 50.000 Zuschauer am Rathausplatz wurden schließlich doch noch
Opfer des Regens.
Irgendwie gleich.
Teils hatte man das Gefühl, die Veranstalter wollten mit dem
Programm die Lücke zwischen Song-Contest-Semifinale und Finale
stopfen. Da sangen die Pop-Neulinge Muhabbet, Zweitfrau und Missy
May, und alles klang irgendwie gleich. Und dass es dann bei
Luttenberger*Klug zu regnen begann, schien einigen als willkommener
Grund, das Open-Air-Event doch möglichst schnell zu verlassen. Dabei
hatte das Ganze gar nicht so schlecht begonnen - nicht zuletzt auf
Grund von Hubert von Goisern, der für das Fernsehpublikum auf ORF 2
und 3sat moderierend durch den Abend führte.
Tanz der Toleranz.
Der Weltmusiker eröffnete in der Manier eines Profis, seine ersten
Klänge erinnerten ein wenig an Attwenger, später improvisierte er
munter mit dem Vokalartisten Bobby McFerrin drauf los. Bald
kristallisierte sich aber heraus, dass die eigentlichen Stars des
Abends ganz andere waren: Etwa das Wiener Sinfonie Orchester unter
der Leitung von Johnny Bertl, das als Klammer für das musikalische
Potpourri herhalten mussten und diese Aufgabe bravourös löste. Und
das integrative Caritas-Projekt "Tanz die Toleranz", bei dem 220
Kinder in der Choreografie von Royston Maldoom für unterhaltsame und
abwechslungsreiche Einlagen zur Musik von Gustav Holst lieferten.
Zwei Premieren. Inhaltlich bieten zwei
Premieren bereits heute, Samstag, die weiteren Höhepunkte: Im Theater
an der Wien wird mit "Aus einem Totenhaus" Leos Janacek gewürdigt,
und im dietheater Künstlerhaus wird im Gastspiel "Sonja" deren schöne
Seele freigelegt. Insgesamt stehen 41 Produktionen aus 20 Ländern am
Festwochen Programm.














