Die Kraft von getanzten Träumen
Drei Uraufführungen für die Tänzer der Grazer Oper: das starke Triptychon "Dreamcatcher".

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Nordamerikanische Indianer ließen sich von Schamanen, Dreamcatchers, in Träume wiegen. Drei junge Choreographen zeigen, dass nicht jeder Traum schön sein muss - und doch im Kampf gegen die Realität hilft.
Partnerschaft.
Der Römer Massimo Perugini eröffnet den Abend mit "Fly", worin eine Außenseiterin (Young na Hyun) teils ziemlich brutal mit vier Paaren konfrontiert wird, die ihren Traum vom Fliegen in der Intensität der Partnerschaft erleben. Neoklassizistisch fließende Bewegung und gruppendynamische Direktheit entwickeln sich zum eindrucksstarken Zeitbefund. Jana Drgonova, Livia Hyylova, Lore Janssens und Magall Moreau laden viele kleine Pas des deux mit Anmut und Erotik auf.
Schwebend.
Aus dem Nahen Osten stammt Tarek Assam, in Köln ausgebildet, in Düsseldorf und Wiesbaden als Tänzer erfolgreich und seit 2002 Ballettdirektor in Gießen. Er lässt in "Angels" neun Engel vom Himmel fallen, wo sie beieinander und beim Publikum Schutz suchen. Wilde Soli, schwebende Körper. Selbst der Alptraum bewaffneter Soldaten im Häuserkampf kann die Hoffnung nicht zerstören. Der Musikmix von Purcell mit Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod") überrascht.
Hip-Hop-Formation.
Ohne gedanklichen Überbau, aber mit rhythmischer Sprengkraft katapultiert die in Wien ausgebildete Nina Kripas, die mehrere Jahre für Liz King tanzte, ehe sie mit einer Hip-Hop-Formation auch in Paris reüssierte, mit "Dream Addict" die gesamte Grazer Truppe kreuz und quer über den ganzen Studio-Boden. Als Streetwise Guys frappieren Joan Cleville, Abel Cruz dos Santos, Ardee Dionisio, Bostjan Ivanjsic, Roberto Junior, Gregory Mauree, William Süll und Michal Zabavik.
Girlpower.
Zeitweise in autistischen Windungen verharren die Damen Shaohui Yi, Natsu Sasaki und Julia Kostka, ehe sie gemeinsam mit den Ballerinen Jana Drgonova, Livia Hyllova, Young na Hyun, Lore Janssens und Magali Moreau geballte Girlpower demonstrieren. Aus der King-Schule kommt die Verflechtung von Tanz und fetzender Musik (DJ Zaid) mit gesprochenem Wort.
Standing Ovations.
Langer Beifall, schließlich Standing Ovations für Darrel Toulon, der auf seine Truppe stolz sein darf, und den ästhetischen Minimalismus der in Graz und Berlin ausgebildeten Ausstatterin Vibeke Andersen.















