Siegfried Rauch, der blonde Deutsche, wird 75
Nicht nur Singen und Gitarrespielen gehören zu seinen Leidenschaften, sondern auch Holzhacken und seine Familie. Er sagte Hollywood ab und machte dafür Karriere mit Serien die sogar heute noch die Herzen mancher Zuseher berühren.

Foto © APASiegfried Rauch, Heide Keller und Horst Naumann
Mit weißer Kapitänsuniform, Goldknöpfen und einem strahlenden Lachen - so ist Siegfried Rauch den Fernsehzuschauern bekannt. Seit 1999 schippert der beliebte deutsche Schauspieler als Kapitän Fred Paulsen für die ZDF-Serie "Das Traumschiff" über die Weltmeere.
Ruhe. Privat schätzt es Rauch dagegen weniger glamourös: Er liebt die Berge und die Natur und hat sogar eine Hollywood-Karriere ausgeschlagen, um mit seiner Familie in seiner bayerischen Heimat bleiben zu können. In einem Interview sagte Rauch, der am 2. April 75 Jahre alt wird, einmal: "Wenn ich arbeite, muss ich glücklich sein und das kann ich nur in meinem Bauernhaus in Bayern und mit meiner Familie."
Gegen Missstimmung hat Rauch außerdem
eine besondere Geheimwaffe: "Wenn ich Holz hacke und mich körperlich
so richtig verausgabe, werde ich Stress und schlechte Laune am besten
los."
Karriere. Zum Film kam Rauch über Umwege. Erst hatte er Architektur und
Theaterwissenschaften versucht, bevor er sich dann doch für ein
Schauspielstudium entschied. Bühnenengagements in Bremen, München,
Hamburg und Berlin folgten und bald stand Rauch zum ersten Mal vor
der Kamera.
Zu seinen ersten Filmen zählten "Die Geierwally" (1956)
oder der Edgar-Wallace-Film "Der Mönch mit der Peitsche" (1967).
International. 1970 spielte der blonde Deutsche mit dem markanten Gesicht in dem oscar-prämierten US-Kinofilm "Patton - Rebell in Uniform" mit. Seine starken Nerven bewies er auch an der Seite von Steve McQueen als Rennfahrer Erich Stahler in dem 1971 Produzierten internationalen Film "Le Mans".
Hollywood. In einem Interview machte Rauch deutlich, dass er es nicht bereue, das Angebot aus Hollywood abgelehnt zu haben, denn: "Dort wäre ich reicher geworden, aber nicht glücklicher." Auch ohne den Sprung in die Traumfabrik des
Films machte er Karriere: Mit Serien wie "Eine glückliche Familie" an
der Seite von Maria Schell oder "Wildbach", wo er als Leiter der
Bergwacht Beruf und Naturliebe verbinden konnte, gewann er die Herzen
der Fernsehzuschauer und war bald in unzähligen Filmen zu sehen - vom
Krimi über die Komödie bis hin zur Liebesgeschichte.
Seinen Humor und sein schelmisches Lachen hat sich Rauch bewahrt
und würde gerne auch seine Landsleute damit anstecken. "Ich finde, in
Deutschland wird zu wenig gelacht", befand er kürzlich und schwärmte
in dieser Hinsicht von seinen Nachbarn in der Toskana, wo er eine
kleine Berghütte besitzt.















