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    Zuletzt aktualisiert: 10.04.2013 um 20:28 UhrKommentare

    Neue Grazer Opern-Chefin Schmid sucht neue Spielorte

    Ran ans Publikum, ist die Devise der künftigen Grazer Opernintendantin Nora Schmid. Die 35-jährige Schweizerin erläutert im Gespräch mit der Kleinen Zeitung ihre Pläne.

    Nora Schmid

    Foto © KLZ/FuchsNora Schmid

    Anno 2015 sind sie vergleichsweise zarte 37 und treten Ihre erste Intendanz an. Immerhin an Österreichs zweitgrößtem Opernhaus. Aufregend?

    NORA SCHMID: Natürlich ist das aufregend. Aber für mich eben der nächste Schritt. Als Dramaturgin am Theater an der Wien und später als Leitende Dramaturgin in Dresden war ich auch verhältnismäßig jung. Aber mein Alter war immer nur kurz Thema. Und zur Zeit sammle ich an der Dresdener Semperoper viele Erfahrungen im Bereich Intendanz. Seit dem Tod von Ulrike Hessler gehöre ich dort der geschäftsführenden Interimsintendanz an. Insofern ist der Schritt vielleicht nicht ganz so groß, wie er auf dem Papier erscheint.

    Ulrike Hessler war die erste Intendantin in 350 Jahren Semperoper. Sie sind in der 1899 eröffneten Oper Graz nach Karen Stone und Elisabeth Sobotka nun die dritte Intendantin. Überrascht?

    SCHMID (lacht): Vielleicht ist die Steiermark da ja sehr fortschrittlich und mutig. Oder es braucht gar keinen Mut; die Entscheidungen haben sich ja bisher bewährt.

    Wie lockt eine junge Intendantin junges Publikum in die alte Institution Oper? SCHMID: Indem sie gutes Theater macht. Es gibt hier schon Projekte wie "Oper aktiv!" und die Familienmusicals, die sehr gut besucht sind. Da möchte ich anknüpfen und an ungewöhnlichen Spielorten Oper ins Bewusstsein rufen. Denn wenn die Menschen nicht in die Oper gehen, muss die Oper eben zu den Menschen.

    Wohin denn zum Beispiel?

    SCHMID: Ins Kunsthaus etwa. Oder in die Durchgänge und Innenhöfe, Plätze, Parks. Beim Spazierengehen kommen die Ideen.

    Sie kennen die Stadt also schon. Die Oper auch?

    SCHMID: Natürlich. Schon aus meiner Zeit als Dramaturgin in Wien. Und Dresden hatte jüngst zwei Koproduktionen mit Graz, "Rusalka" und "Manon Lescaut". Graz war für mich immer ein beispielhaftes Haus.

    Was wird ab 2015 beispielhaft?

    SCHMID: Ich möchte die Arbeit fortsetzen, die Intendantin Elisabeth Sobotka geglückt ist, gerade was die Sänger anbelangt. Wichtig ist, dass Tanz, Musical und Operette genauso Platz haben wie Belcanto, romantische Oper und Zeitgenössisches.

    Ihre ersten Schwerpunkte?

    SCHMID: Ich denke, Graz ist eine Belcantostadt. Das wurde auch bisher sehr kultiviert, und da gibt es noch viele Stücke des Repertoires wiederzuhören und wieder zu entdecken. Man hört auch oft, Graz sei eine Wagner und eine Strauss-Stadt. Auch im Kosmos zwischen diesen beiden gibt es interessante Komponisten und Werke, die eine Wiederentdeckung verdient haben.

    Sie werden als Intendantin mit dem neuen Grazer Chefdirigenten Dirk Kaftan zusammenarbeiten. Kennen Sie ihn schon?

    SCHMID: Nicht persönlich, aber als Dirigenten. Und ich werde demnächst zu ihm nach Augsburg fahren, mir dort seine "Elektra" anhören und ihn treffen.

    Man rühmt schon vorab Ihre internationalen Kontakte. Was darf man für Graz erwarten? Als Dramaturgin haben Sie ja vielleicht eine besondere Affinität zur Regie?

    SCHMID: Natürlich, bin ich sehr interessiert an szenischer Arbeit und werde das in meine Intendanz mit einbringen. Man will ja Musiktheater machen für eine bestimmte Stadt und für ein bestimmtes Publikum. Umso wichtiger ist es da, nicht nur Aufträge zu vergeben, sondern dran auch richtig teilzuhaben. Und zu den internationalen Kontakten: Die bringt man immer mit. Aber es ist auch immer wichtig, etwas für hier, für Graz zu entwickeln - und nicht etwa ein Modell von anderswo hier rein zu zwängen.

    Sie haben auch selbst gesungen?

    SCHMID: Ja, aber nicht professionell. Ich habe privat eine Gesangsausbildung gemacht und als Studentin mehrere Jahre am Stadttheater Bern im Chor gesungen. Und ich habe eine große, große Liebe für Stimmen.

    Das wird die Sängerinnen und Sänger freuen.

    SCHMID: Auch, wenn ich selbst nie ein Profi war, weiß ich zumindest, wie die Rahmenbedingungen sein müssen, damit es überhaupt möglich ist, singend auf der Bühne zu stehen.

    In Wien haben Sie etliche Künstlergespräche und Gesprächskonzerte mit dem RSO moderiert. Planen Sie Ähnliches auch für Graz?

    SCHMID: Bestimmt! Ich mache das ja zu gern! Auch derzeit in Dresden. Dadurch kennt einen dann das Publikum und man kommt gut miteinander in Kontakt.

    INTERVIEW: UTE BAUMHACKL

    Zur Person

    Nora Schmid, geboren 1978 in Bern. Musikwissenschaftlerin, Betriebswirtin.

    2005 Musiktheaterdramaturgin am Theater Biel Solothurn.

    2007 Dramaturgin am Theater an der Wien.

    2010 Leitende Dramaturgin an der Semperoper Dresden.

    Ab 2015/16 Intendantin Oper Graz.

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