Künstlerhaus: Neustart mit zwei Buchstaben
Das Grazer Künstlerhaus öffnet nach baulicher und inhaltlicher Sanierung als Halle für Kunst und Medien die Tore.

Foto © EderSandro Droschl und sein Medienturm betreiben künftig das Künstlerhaus (rechts), die lichtdurchflutete Ausstellungshalle
K und M. Mit diesen beiden Buchstaben als Logo startet das Grazer Künstlerhaus in eine neue Ära. Unter der neuen Leitung von Sandro Droschl und dem Zusatz "Halle für Kunst und Medien" soll sich das frisch renovierte Haus als Ort für zeitgenössische Kunst etablieren. Betreiber ist, wie berichtet, Droschls Kunstverein Medienturm.
"Der Boden, die Architektur, die Farbe der Wände. Wenn man über Kunst spricht, ist alles wichtig, das im Zusammenhang damit steht", wusste Martin Kippenberger. Der deutsche Künstler, der mit Graz eng verbunden war und 1997 in Wien verstarb, hätte eine Freude mit dem neuen Künstlerhaus gehabt: Rund 2,1 Millionen Euro steckte das Land Steiermark in die umfassende zweijährige Renovierung des Hauses am Burgring. Für den Betrieb und das Programm der nächsten drei Jahre erhält Droschl und sein Team weitere 894.000 Euro. Die erste Ausstellung wird am 6. März eröffnet und dreht sich um "Malerei jenseits ihres Mediums". Werke stammen von Franz Amann, Reena Spaulings oder Lotte Lyon. Im "steirischen herbst" ab 20. September geht es um die Frage "Was ist Kunst?"
Das Künstlerhaus gilt als einer der schönsten Ausstellungsräume des Landes. 1952 eröffnet, fanden hier die Dreiländerbiennalen "trigon" statt, ab 2003 war das Haus eine Abteilung des Universalmuseums Joanneum. Vor zwei Jahren wurde es aufgrund feuerpolizeilicher Mängel geschlossen und der Beschluss für eine gründliche Sanierung gefasst.
Heute erstrahlt das Gebäude in neuem Glanz und bietet eine Ausstellungsfläche von rund 670 Quadratmetern. Für die Renovierung zeichnet der Grazer Architekt Alfred Bramberger verantwortlich. Er hat das Haus mit viel Gespür für die historische Substanz auf den neuesten Stand gebracht und unter anderem das Foyer modernisiert sowie die bemerkenswerte Naturlichtdecke aus Glas erneuert. "Die wäre sonst einfach zugedeckt worden", weiß Bramberger.
Droschl, der sich gegen sechs Bewerber um die Leitung des Künstlerhauses durchsetzten konnte, versteht das Haus als "Institution für zeitgenössische Kunst, die internationale Strömungen unter Einbindung lokaler Künstler zeigt." Auch die fünf Künstlervereinigungen, die seit jeher auf ihr "Hausrecht" pochen, sollen hier Möglichkeiten für Ausstellungen bekommen. Nur mit der Berufsvereinigung bildender Künstler Steiermark gibt es bisher noch keine Lösung.
Kulturlandesrat Christian Buchmann (VP) ist "überzeugt, dass sich die Rieseninvestition des Landes Steiermark gelohnt hat und dieser einzigartige Ausstellungsraum wieder in die internationale Wahrnehmung rücken wird." Er vertraue dabei ganz auf Droschls Können.















