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    Zuletzt aktualisiert: 05.01.2013 um 20:30 UhrKommentare

    Schutzlos auf der Leinwand

    In "The Sessions" spielt Helen Hunt eine Sexualtherapeutin, die einen gelähmten Mann die körperliche Liebe beibringen will. Dafür zeigt sich die 49-jährige Kalifornierin erstmals in einem Kinofilm völlig nackt.

    "Jeder, der sich zeigen soll, wie Gott ihn schuf, wird dabei Verletzbarkeit spüren": Helen Hunt

    Foto © "Jeder, der sich zeigen soll, wie Gott ihn schuf, wird dabei Verletzbarkeit spüren": Helen Hunt

    I n "The Sessions - Wenn Worte berühren" führen sie als Therapeutin einen Mann, der mit Kinderlähmung in einer Eisernen Lunge leben muss, in die Kunst der Liebe ein. Der Film von Ben Lewis zeigt die so schwierigen die delikaten Szenen sehr sensibel und fast beiläufig, dennoch: Ist das nicht eine sehr gewagte Rolle?

    HELEN HUNT: Eigentlich nicht! Als ich das Drehbuch bekam, war ich von der Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht, sehr angetan. Klar geht es vordergründig um Sex, aber dahinter steckt eine Lovestory, die sehr berührt. Der an Kinderlähmung erkrankte Mark O'Brien wünschte sich mit 38 Jahren, sexuelle Erfahrungen zu machen, und die von mir gespielte Cheryl Cohen Greene gewährte sie ihn in ihrer Eigenschaft als Sextherapeutin. In Wirklichkeit verliebte sie sich nicht in ihn, bewunderte ihn aber.

    Ist es Ihnen sehr schwer gefallen, sich vor der Kamera splitternackt ausziehen zu müssen?

    HUNT: Nun, jeder, der sich so zeigen soll wie ihn Gott schuf, wird dabei Verletzbarkeit spüren. Es ist ein Gefühl des Ausgeliefertseins und der Schutzlosigkeit, aber ich fand es für diesen Film passend, denn schließlich geht es hier genau darum.

    Haben Sie mit Cheryl Cohen Greene gesprochen, was sie damals dabei empfand?

    HUNT: Ja, sie erzählte mir, dass sie sich schon als Mädchen sehr für Sexualität interessierte. Bei ihren Eltern stieß sie damit auf Unverständnis. Einem Pfarrer beichtete sie, mit wie vielen Burschen sie schon geschlafen hatte und über das schlechte Gewissen, das sie dabei empfand. Schließlich zog sie ganz weg, nach San Francisco, wo ein freieres Umfeld auf sie wartete. Dort gründete sie auch das Sex-Institut, um Menschen mit sexuellen Problemen jeglicher Art helfen zu können.

    Wie sehen Sie Unterschiede zwischen einer Sexualtherapeutin à la Cheryl Cohen-Greene und einer Prostituierten?

    HUNT: Ich habe anfangs auch so reagiert wie die meisten von uns, die keine Ahnung haben und beides gleichsetzen würden. Schließlich bietet auch Cheryl Cohen-Greene ihren Körper an, und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Hinter der Prostitution steckt ein Geschäft, denn der Freier soll immer wieder zurückkehren und Geld bezahlen, während eine Sextherapeutin ihre Klienten nach einer Weile wieder verlässt, damit sie sich mit ihrer neu gewonnenen Sexualität in der Welt wieder zurechtfinden können.

    Durch Moralvorstellungen von Kirche und Gesellschaft wurde Frauen in ihrer Sexualität lange unterdrückt. Glauben Sie, dass sich das inzwischen geändert hat?

    HUNT: Das ist eine große Frage, aber wahrscheinlich stimmt es, dass Männer ihr Sexualleben schon immer viel freier ausleben durften. Letztendlich ist das ein großes Thema, mit dem ich mich noch nie wirklich auseinandersetzen musste.

    Im Juni feiern Sie Ihren 50. Geburtstag. Was bedeutet Ihnen diese Zahl?

    HUNT: Ich werde zurückschauen und denken, wie dankbar ich doch bin, eine so großartige Karriere zu haben. Aber mehr möchte ich jetzt darüber auch noch nicht nachdenken (lacht).

    Sehen Sie sich eher als Optimistin oder als Pessimistin?

    HUNT: Manchmal kann auch ich mich in negative Gedanken verlieren, aber es kehrt sich bei mir immer wieder ins Positive um. Bei mir ist ein Glas halbvoll, und Menschen, die es halbleer sehen, spüren wahrscheinlich auch eine Leere in sich, vermute ich einmal.

    Was bedeutet Ihnen eigentlich Ruhm und Erfolg?

    HUNT: Das sind gewiss nicht die wichtigsten Ziele in meinem Leben gewesen. Ich gehöre zur dritten Generation einer Familie, die sich einst in Kalifornien niedergelassen hat. Schon als kleines Mädchen bin ich mit meiner Mutter den Hollywood Boulevard im Auto heruntergefahren. Für mich hat Hollywood demnach gar nicht diese Bedeutung wie für jemand, der seine sieben Sachen gepackt hat, um die große Filmkarriere anzugehen. Ich lebe dort, wo schon meine Mutter und Großmutter groß geworden sind. Daher sehe ich das alles mit ganz anderen Augen.

    Sie sind erst mit 41 Mutter einer Tochter geworden. Welche Rolle spielt sie in Ihrem Leben?

    HUNT: Es ist meine wichtigste Rolle, die mich vollends erfüllt. Mutter zu werden, war das Beste, was ich werden konnte. Meine Tochter bereichert mein Leben jeden Tag aufs Neue. INTERVIEW: MARKUS TSCHIEDERT


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