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    Zuletzt aktualisiert: 28.12.2012 um 20:31 UhrKommentare

    "Wie eine Katze beim Federball"

    Er mischt den Literaturbetrieb gründlich auf: Clemens Setz über Schreib-Besessenheit, sein nächstes Groß-projekt, die Krise bei Suhrkamp und seine Leser-Beziehungen.

    Clemens Setz

    Foto © APAClemens Setz

    Herr Setz, Sie haben ein überaus erfolgreiches Jahr hinter sich. An Auszeichnungen bestand kein Mangel, der "Spiegel" setzte Sie sogar unter "Genieverdacht". Wie lebt es sich mit all der Ehre und den Komplimenten?

    CLEMENS SETZ: Auf jedes Kompliment kommt ja auch mindestens ein vernichtendes Urteil. Und diese beiden Seiten heben sich zwar nicht faktisch, aber doch emotional gegenseitig wieder auf. Als Autor steht man dann halt dazwischen wie eine Katze zwischen Federballspielern und schaut hin und her, bis man von irgendwas anderem, Schmetterling, neues Buchprojekt etc., abgelenkt wird.

    Wie verhält es sich eigentlich mit Ihrer Arbeitsweise? Es gibt ja nicht wenige Dichter, die sich ein tägliches Pensum auferlegen, um die Arbeit dann völlig ruhen zu lassen. Das ist bei Ihnen nur schwer vorstellbar.

    SETZ: Doch, doch, ich mache das schon ungefähr so. Zwar ist es kein Pensum an Zeichen oder Seiten, das ich schaffen muss, aber ich möchte doch täglich zumindest einige Stunden kontinuierlich an etwas arbeiten. Wenn das aus irgendeinem Grund nicht geht, habe ich das Gefühl, dass ich zu wenig getan habe.

    Im heurigen Jahr gab es eine Reihe herausragender Debüts ganz junger Autorinnen und Autoren. Sie selbst gelten, erst knappe 30 Jahre alt, schon als sehr arriviert. Erleben wir so eine Art Generationswechsel in der Literaturszene?

    SETZ: Wahrscheinlich. Aber das verläuft ja auch in Wellen, mal haben es jüngere Autoren leichter, mal schwerer.

    Gab es eigentlich Anfragen wegen einer Verfilmung einer Ihrer Romane oder Erzählungen?

    SETZ: Ja, die gab es. An der Verfilmung einer Geschichte aus meinem letzten Erzählband wird im Augenblick gearbeitet. Ich glaube schon, dass alle meine Bücher verfilmbar sind, man muss halt meist ganz von vorn beginnen und die Geschichte vollkommen neu erzählen.

    Ihr nächstes Werk ist schon seit einiger Zeit in Arbeit. Rund 1000 Seiten soll es bisher umfassen, ein Ende ist nicht in Sicht. Was genau ist denn da zu erwarten?

    SETZ: Es war wahrscheinlich dumm von mir, überhaupt davon zu erzählen. Denn die Arbeit daran wird sicher noch einige Jahre dauern, weil es so viele Figuren gibt und ich außerdem noch einige technische Schwierigkeiten bewältigen muss. Es ist auch gut möglich, dass es, wenn es fertig ist, gar nicht veröffentlichbar ist. Der Halley'sche Komet spielt darin eine bestimmte Rolle.

    Sie sind Suhrkamp-Autor. Beunruhigen Sie all die aktuellen Zwistigkeiten und Grabenkämpfe?

    SETZ: Es ist natürlich schade, dass das so gekommen ist. Und besonders dumm ist es, dass man gar nicht wissen kann, was die Zukunft bringt. Was man daraus "lernen" kann, ist, dass es überhaupt keine Sicherheiten gibt. Am schönsten wäre es, wenn der Verlag so wie bisher weitergeführt würde.

    Sie beherrschen ja privat allerlei Zaubertricks. Führen Sie ab und zu auch den Leser gerne ein wenig an der Nase herum?

    SETZ: Nein, lieber an der Hand. Aber manchmal muss man halt die Leserhand auch auslassen, sonst wird die Erzählung unangenehm warm und schwitzig. INTERVIEW: WERNER KRAUSE


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