Hochkarätiges in der Grazer Stadthalle
Am Samstag wurde "Willkommen bei Carmen Nebel" aus der steirischen Landeshauptstadt übertragen. Mit dabei ein fiebriger Eros Ramazzotti und eine schillernde Patricia Kaas: Höhepunke einer Show, in die das ZDF zu viel hineinpacken will.
1 / 12
"Wir wollen kein Musik-Abspielprogramm sein“, erklärte Carmen Nebel einmal in einem Interview über ihre Show, "wir erfüllen Wünsche, überraschen Zuschauer genauso wie Stars, unternehmen Rekordversuche und feiern sogar Hochzeiten. Wir erfinden uns immer wieder neu!“ Nun denn: Das braucht eben so seine Zeit. Für "Willkommen bei Carmen Nebel“ benötigt man einiges an Sitzfleisch. Wie auch gestern Abend, als die Show zum ersten Mal live aus der Grazer Stadthalle übertragen wurde. Denn da die von ZDF und ORF produzierte Sendung kein Wurlitzer sein will, kam zwischen Newcomerin Linda Hesse ("Ich bin ja kein Mann“) und Schlagerprinzessin Michelle ("Abschied von St. Germain“) Küchenstar Johann Lafer auf die Bühne, da er als Lockvogel für eine Jubilarin fungierte, die in einem Restaurant, zu dem es eine Live-Schaltung gab, mit einem unvergesslichen Abend überrascht wurde. Und dann durfte auch noch ein Schlagerkomiker namens Trepper auftreten. Gar nicht witzig.
007-Legende
Mit Sir Roger Moore (85) saß eine Legende auf der Couch, die im neuen Buch "Bond über Bond“ Anekdoten von den Drehs erzählt – etwa, wie er fünf Aufnahmen lang in den Canal Grande plumpste. Seinen Bond-Vorgänger Sean Connery hielt er für den besseren in der Rolle – bis Daniel Craig kam: "Man glaubt ihm einfach, dass er ohne mit der Wimper zu zucken einen Menschen umbringt.“ Dazu gab?s ein Zuschauerspiel, davor "Zuneigung“ von Peter Cornelius, danach "Volks-Rock ?n? Roll“ von Andreas Gabalier. Der mehr Haarspray brauchte als Nebel.
Chanson-Göttin
"Non, je ne regrette rien“ – "Nein, ich bedaure nichts“: Mit dem Klassiker von Edith Piaf in einem neuen Arrangement brachte Patricia Kaas die Magie des französischen Chansons in die Stadthalle. "Mir ist es wichtig, keine Kopie zu sein. Es ist eine Hommage an Piaf – zu einem Zeitpunkt, wo ich mich reif dazu fühle“, erzählte die Französin. Sie hebt heute von Graz über Frankfurt nach New York ab, wo sie am Dienstag mit ihrem Bühnenprogramm "Kaas chante Piaf“ in der Carnegie Hall auftritt. Leicht fiebrig war Italiens Eros Ramazzotti angekommen, er schonte sich nachmittags in seiner Suite im Schloßberg-Hotel und war auch Nebels letzter Gast, ehe das Quartett Il Divo "Time To Say Goodbye“ schmetterte.
Features
Foto

Bild vergrößernSir Roger Moore trug sich am Nachmittag in das Goldene Buch der Stadt Graz einFoto © Kanizaj




















