Kevin, ein Überfall und der Oscar
Was hat ein Bankraub in "Braunschlag" mit Heiligenkreuz am Waasen zu tun? Viel: Banker Kevin alias David Miesmer kommt nicht nur von dort, seine Mutter ist hier auch - Bankangestellte.

Foto © KANIZAJSie ist "echte" Bankangestellte, der Sohn spielt den Banker in der Serie "Braunschlag": Johanna und David Miesmer aus Heiligenkreuz am Waasen
Ein maskierter Bankräuber, zwei fadisierte Polizisten, denen die Jause besser schmeckt als der Notruf aus der Volksbank, ein angeschossener Kunde - und mittendrin Kevin. Geschniegelter Bankangestellter, der nicht nur mit der renitenten Kundschaft, sondern auch mit dem schießwütigen Räuber, der ungerührten Polizei und der Rettung sein Gwirks hat.
Typisch "Braunschlag".
Ein Kaff, in dem sich seit Wochen halb Österreich jeden Dienstag trifft: Die Serie rund um Robert Palfrader, Nicholas Ofczarek und Nina Proll hat eingeschlagen - für viele Fans ein Pflichttermin.
Für Johanna Miesmer (50) soundso. Die Bankangestellte aus Heiligenkreuz am Waasen im Bezirk Leibnitz ist nicht nur eine "Kollegin" von Kevin: David Miesmer (29), der Schauspieler, der den überfallenen Banker in "Braunschlag" gibt, ist ihr Sohn.
Ob er sie um kollegialen Rat für den Dreh gefragt hat? "Nein", lacht die Frau Mama. Er erzählte zwar, dass er zu einem Casting gehe, was er spielt, erfuhr sie aber erst, "als die DVD herausgekommen ist", sprich im März.
Eine großartige Überraschung: "Das ist schon toll, mit einer solchen Besetzung!", schwärmt Johanna Miesmer vom Engagement des Juniors. Und dass der dann ausgerechnet einen Bankangestellten spielt ("Ich bin halt in deine Fußstapfen getreten, Mama"), gibt dem Ganzen etwas ganz Besonderes. Nicht nur für sie. "Die Kollegen schauen die Serie alle" und auch sonst hat sich's längst herumgesprochen, dass da ein Südsteirer in "Braunschlag" mitmischt. Entsprechend sind die Reaktionen.
"Es macht einen sehr stolz", bekennt die Mutter - die findet, dass David die Rolle auch "sehr authentisch spielt". Und wer, wenn nicht sie, muss das wissen? Wobei: Film und Realität sind zwei Paar Schuhe, und Überfall hat sie selbst "Gott sei Dank" noch keinen miterlebt. "Ich hoffe auch, dass ich nie in eine solche Situation komme."
Sagt sie. Am Esstisch sitzend - hinter sich ein Bild von David als Maturant. Damals, als er die Schule abschloss, war für ihn schon klar, dass er Schauspieler werden will. Ab 2004 absolvierte der Steirer das Schauspielstudium am Konservatorium Wien, dann sammelte er erste Theatererfahrungen. Mittlerweile zieht's ihn allerdings vor die Kamera. SOKO Donau, Aufschneider, Schnell ermittelt, Tatort - da war er überall schon zu sehen. Und jetzt "Braunschlag" und "Grenzgänger". - Übrigens: Oscar gibt's schon einen. Allerdings für die Mutter, die "beste Määm".
"Am Anfang war ich nicht sehr begeistert", gibt die Mutter - angesprochen auf die Schauspielerei des Sohnes - zu. Aber die Begeisterung, mit der er die berufliche Herausforderung angegangen ist, hat auch sie angesteckt. "Für mich ist es wichtig, dass David mit seinem Beruf Freude hat", nur dann könne man auch etwas erreichen. Das wünscht sie ihm. Und darin unterstützen sie und sein Vater ihn auch.
Übrigens: Kommenden Dienstag läuft der letzte Teil von "Braunschlag". Und Kevin ist mit dabei.
















