Erfahrungen fürs Leben
Empfehlenswert: Die Ausstellungen von Zorka L-Weiss und Bella Ban.

Foto © KLZ/Willi RainerVerdichtete Reisenotizen aus Sibirien: Zorka L-Weiss vor ihrem symphonischen Bildobjekt
Künstlerhaus
Impressionen von einer Tour mit der Transsibirischen Eisenbahn hat Zorka L-Weiss in einer sechs Meter langen Wandinstallation zusammengefasst. Einer ersten Aufnahme der topografischen Charakteristika Sibiriens in Aquarellen folgte die penible Umarbeitung und Weiterentwicklung der Exkursionserfahrungen. Zorka L-Weiss hat dabei ihre Reisenotizen verdichtet und auf genaue Formulierungen zurückgeführt.
Reduziert auf konkrete Malerei gerinnen die Landschaften zu reiner Farbe. In ein konsistentes Konzentrat purer Gegenstandslosigkeit, das eine faszinierende Anmutung ausstrahlt. Rechteckige Flächen penibel in Form und Farbe aufeinander bezogen, konjugieren die Fazilitäten des geometrischen Grundelements und der Elementarfarben. In der lasierend aufgetragenen Kolorierung ist kaum ein Pinselduktus zu erkennen und die Maserung der bemalten Birkenholzlatten scheint an manchen Stellen nur schwach durch. Die luzide Architektur aus klaren Formen und die genau komponierte Folge von Farbtönen ergeben ein beeindruckendes, symphonisch zu nennendes Bildobjekt, von ausgewogenen Farbklängen. Ihm gegenüber zeigt ein Video (Hanz Weiss, Wolfgang Hinteregger) reale Aufnahmen der sibirischen Landschaft, die von Aquarellskizzen der Künstlerin überblendet werden. Ein eindrucksvoller Fingerzeig, wie die "Erfahrung" einer Landschaft sich im Erinnern und Wiedererkennen künstlerisch neu formuliert.
Galerie Porcia
Mit einem Dutzend Köpfe ist Bella Ban in das Kellergewölbe des Spittaler Schlosses Porcia eingezogen und macht ihrem Ruf als ausgezeichnete Porträtplastikerin alle Ehre. Jedes Werk für sich, stark in Ausdruck und Charakter. Jedes für sich perfekt in seiner formalen wie materialen Essenz. Berührend die subtile Ausarbeitung von Gesichtszügen und feinen Merkmalen persönlicher Befindlichkeiten und ihre Wiedergabe in Gips, Eisen und Bronze. Und gerade wegen ihrer starken Individualität tritt jede Büste in ein intensives Verhältnis zu den Büsten rundum. Versammelt sind Porträts von Personen, denen Ban in besonderer Weise nahe war, wie z. B. Victor Rogy, Gerhard Lampersberg, Ingeborg Bachmann oder die Pianistin Hedy Jonke, als Mutter und der Schriftsteller Ged Jonke, als Bruder. Als Ensemble entwickeln sie eine ästhetische Gesamtheit, die mehr als die Summe ihrer Teile ist. Daneben Zeichnungen und konzeptionelle Arbeiten von hermetischer Dichte.
Features
Foto

Bild vergrößernNaheverhältnis: Bella Ban mit Büste des Komponisten Lampersberg Foto © KLZ/Willi Rainer
Zorka L-Weiss
Kleine Galerie. Künstlerhaus. Klagenfurt. Bis 22. November. Di-Fr 12-18, Do 12-20, Sa 9-13 Uhr.
Bella Ban
Galerie im Schloss Porcia. Spittal/Drau. Bis 23. November. Mo-Fr 10-13 und 16-18, Sa/ So 10-12 Uhr.















