Von vorchristlicher Wandmalerei bis zu Helnwein
Am Samstag eröffnet mit der wik&am in den Palais Ferstel und Palais Niederösterreich die umfangreiche Kunst- und Antiquitätenmesse mit Gemälden, Zeichnungen und Grafiken vom 16. bis ins 21. Jahrhundert, Mobiliar aus der Gotik bis zum Biedermeier sowie wertvollen Uhren, Textilkunst und mehr.
Vierzig Kunstexperten und Galerien präsentieren bis zum 11. November ihre vielfältigen Schätze: Messeleiter Horst Szaal, Präsident des Verbandes Österreichischer Antiquitäten- und Kunsthändler, hebt im Pressetext das "breit gefächerte und spannende Programm" hervor und verweist auf das harmonische Nebeneinander von Antiquitäten und zeitgenössischer Kunst. Letztere manifestiert sich unter anderem auch in der Skulpturenausstellung "Garden of Dreams" im Innenhof des Palais Niederösterreich, die Werke von Hans Kupelwieser, Hans Peter Profunser oder Jack Bauer umfasst.
Die Vielfalt der wik&am wird bereits auf der ersten Ausstellungsebene deutlich: Hier findet sich etwa ein etruskisches Kunstobjekt aus Mittelitalien. Das äußerst gut erhaltene Fragment einer Wandmalerei aus Mittelitalien datiert aus dem 4. Jahrhundert vor Christi und wird von "Antike Kunst Socowi" angeboten. Wenige Schritte weiter werden etwa ein Kupferstich von Albrecht Dürer ("Hl. Sebastian") und eine Radierung von Rembrandt ("Josef erzählt seine Träume") gezeigt.
Im Bereich "Modern & Contemporary Art" locken etwa eine "one man show Robert Hammerstiel" (Galerie Gerlich), Egon Schieles Aquarell "Sitzender schwangerer Akt mit gespreizten Armen und Beinen" oder Oskar Kokoschkas Kohlezeichnung "Alma Mahler im Liegestuhl in Neapel" (beide: Galerie Kaiblinger). Aber auch zeitgenössische Werke etwa von Robert Hammerstiel, Rudolf Hausner, Arnulf Rainer oder Miklos Nemeth werden feilgeboten.
Aufrüttelnd zeigt sich die Charity-Sparte, die heuer mit "den blick öffnen" ein Kunstprojekt zur "Wahrnehmungssensibilisierung" präsentiert: Der Reinerlös der Verkäufe kommt den Kinderschutzzentren "die Möwe" in Wien zugute. Initiatorinnen und Künstlerinnen Ina Loitzl und Tanja Prusnik haben im Zuge des Projekts Künstlerinnen und Künstler gebeten, sich mit dem Thema Kindesmissbrauch auseinanderzusetzen oder bereits bestehende Werke zu dem sensiblen Thema zur Verfügung zu stellen. So sind im Erdgeschoß des Palais Niederösterreich so beklemmende Arbeiten wie "Girls Cunt" der Künstlerin Magdalena Frey, "Vergiss es!" von Karin Maria Pfeifer oder"Rotes Haus" von Museum Gugging-Leiter Johann Feilacher zu sehen und erwerben. Mit dem Werk "Sleep #24" ist auch Gottfried Helnwein vertreten.















