Sopranistin Zadek bekam Ehrenzeichen der Republik

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Die Sopranistin Hilde Zadek ist am Mittwoch im Parlament von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet worden. Das 94-jährige Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper gilt als eine der großen Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts.
Begonnen hat Hilde Zadeks Karriere als Einspringerin an der Wiener Staatsoper. Sie lernte 1946 bei einer Bekannten in Zürich den damaligen Staatsopernchef Franz Salmhofer kennen und sang ihm in der Wohnung vor. Wenige Monate später war sie in Wien und bekam das Angebot, eine Woche darauf im Opern-Ausweichquartier im Theater an der Wien in "Aida" einzuspringen - Zadek sagte zu, ohne die Partie je zuvor studiert zu haben, ohne ein Wort Italienisch zu können, ohne eine einzige Probe zu bekommen.
Sie wurde so rasch zu einer tragenden Säule des Ensembles und zu einer der renommierten Sopranistinnen ihrer Zeit. An der Staatsoper sang Zadek insgesamt 39 verschiedene Rollen in 786 Vorstellungen. Zu ihren Glanzpartien zählten unter anderem Giuseppe Verdis Aida, die Leonore aus Ludwig van Beethovens "Fidelio" und die Donna Anna aus Wolfgang Amadeus Mozarts "Don Giovanni".
1971 zog sich das Ehrenmitglied des Hauses am Ring von der Bühne zurück und war seitdem in den USA, Österreich und nicht zuletzt in Israel als Lehrerin engagiert. Im "Hilde Zadek Gesangswettbewerb" werden alle zwei Jahre junge Gesangstalente ins Rampenlicht geholt.
Nach Palästina hatte die jüdischstämmige Zadek, die am 15. Dezember 1917 in Bromberg geboren wurde und in Stettin aufwuchs, 1935 emigrieren müssen. In Jerusalem verdiente sie sich als Säuglingsschwester und Verkäuferin von Kinderschuhen das Geld für ihr späteres Gesangstudium, das sie erst im Alter von 22 Jahren begann. Nach Kriegsende studierte Zadek am Zürcher Konservatorium.














