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Zuletzt aktualisiert: 26.10.2012 um 13:03 UhrKommentare

"Fame": Der Weg zum Ruhm in der Grazer Oper

Am Donnerstag feierte das Musical "Fame" an der Grazer Oper Premiere. Auch wenn die Choreografie durchaus flott war und den Schauspielern die Begeisterung anzusehen war, klang die Musik doch eher eintönig.

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Eine Handvoll junger Menschen trifft sich in der New Yorker High School of Performing Arts und träumt vom großen Ruhm, während eine harte Ausbildung durchgemacht werden muss. Jeder hat seine eigene Geschichte, die als Triebfeder für die Karriere dient oder eben auch zum Scheitern führt. Das alles wird im Musical "Fame" dargestellt, das am Donnerstag in der Grazer Oper Premiere hatte. Bunt, flott choreografiert und mit viel Begeisterung gespielt, hatte der Abend doch immer wieder Längen, was nicht zuletzt an der eintönigen Musik lag.

Als der Film von Alan Parker Anfang der 80er-Jahre ins Kino kam, bildete er einfach die Zeit ab. Das Musical in den 90ern schwamm mit nahezu völlig neuer Musik auf der Erfolgswelle mit und bietet nun, 30 Jahre später, eine Rückschau auf diese Epoche. Und das Retrospektive ist auch in der Grazer Aufführung gelungen, die grellbunten Kostüme passen zum fast naiven Zukunftsglauben dieser jungen Künstler. Gezeigt werden - zumindest in Andeutungen, denn vom Sprechtext versteht man nur einen Teil, von den Songtexten noch viel weniger - die Schicksale der Schüler. Da gibt es die schöne Südamerikanerin, die natürlich in der Gosse landen und sterben muss, den empfindsamen jüdische Musiker, den tanzbegabten Schwarzen (wieviel Klischees verträgt ein einzelner Abend eigentlich?) und die strenge, aber tief im Inneren gütige Schulleiterin.

Diese Handlung, die eigentlich nur aus kurzen Momentaufnahmen aus dem Schulleben besteht, wird durch die Musik (Steve Margoshes, Liedtexte: Jacques Levy) unterspült und vorangetrieben, man weiß nur nicht, in welche Richtung. Alles klingt irgendwie gleich, lediglich Songs, die eigentlich nicht hierhergehören wie "Cold as ice" bringen etwas Schwung in das öde Musikeinerlei, dem Dirigent Jeff Frohner bei aller Mühe nicht viel abringen kann. Aus dem Film übernommen wurde der Titelsong, der ebenfalls noch zumindest einen gewissen Wiedererkennungswert hat.

Schwerpunkt auf Tanz

Regisseurin und Choreografin Ricarda Regina Ludigkeit legte offensichtlich den Schwerpunkt auf den Tanz, und dieser Teil ist ihr auch sehr gut gelungen. Die Darsteller mühen sich redlich, aber insgesamt bleibt die ganze Truppe eher blass. Ein Glanzlicht ist Dagmar Hellberg als Schulleiterin, die in ihrer einzigen Solonummer zeigt, wie man einen Song stimmungsvoll aufbaut und kraftvoll singt - ohne nur undifferenziert ins Mikrofon zu plärren, wie es einige der anderen den ganzen Abend über tun. Ein paar bleiben dennoch im Gedächtnis: Myrthes Monteiro ist eine temperamentvolle Carmen, die auch sehr schön leiden kann, Otto Jaus ist der nette jüdische Musiker mit großer Zukunft, Maickel Leijenhorst darf einen ungeschliffenen Tanzdiamant spielen, Kevin Perry ist als Joe ein vergammeltes Naturtalent (und kann wunderbar steppen!), während Nina Weiß immer ein bisschen zu viel des Guten macht, insgesamt aber einen positiven Eindruck hinterlässt. So auch die restliche Truppe, die von Mitgliedern des Grazer Balletts unterstützt wird.

Man sollte glauben, dass in Zeiten von Castingshows eine solche Geschichte eigentlich zünden muss, wo es doch um junge Menschen geht, die durch ihre Geschichten aus der Anonymität der ganze Gruppe heraustreten. Das ganze gibt es ja auch als Musical, nur nennt es sich eben "Chorus Line".

Karin Zehetleitner/APA

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