Ein Senfglas, mit Talent gepfeffert
Bei literarischen, autobiografischen Aufarbeitungen der Kindheit muss man in der Regel gut aufpassen. Für das Romandebüt der in Wien lebenden Oxforderin Emily Walton gilt das nicht. In "Mein Leben ist ein Senfglas" erzählt sie über die Hauptprotagonistin Poppy Simmons von ihrem Umzug als Achtjährige nach Österreich - genauer gesagt ins ländlich touristische Salzkammergut. Sie erzählt vom Schifahren, Wiener Schnitzel, Weetabix, Konservendosen oder der Heimat am Stammtisch. Ja, sie dealt darin auch mit dem einen oder anderen Klischee, aber auf erfrischend würzige Weise. Das Senfglas, als Symbol, kehrt immer wieder. Um es dazu passend zu sagen: Ihr Senf ist mit Talent gepfeffert. In Sequenzen des Buches, in denen sie von eigenen Erinnerungen abdriftet und über das Leben oder den Tod schreibt, ahnt man, was erst alles im Zweitling stecken könnte. JULIA SCHAFFERHOFER














