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Zuletzt aktualisiert: 27.09.2012 um 22:07 UhrKommentare

Frühere Mona Lisa präsentiert

Foto © APA

Wenn es denn stimmt, wäre es eine Weltsensation: Von der weltberühmten Mona Lisa soll eine jüngere Version existieren. Leonardo da Vinci persönlich soll das täuschend ähnliche und bereits bekannte Bild rund zwölf Jahre vor dem berühmten Werk im Pariser Louvre gemalt haben. Doch die Behauptungen der "Mona Lisa Foundation" sind bisher kaum überprüfbar, Experten melden Zweifel an.

Der Ausdruck ist mädchenhafter, die Haut ein wenig glatter, das Gesicht runder - nur das geheimnisvolle Lächeln ist gleich. Der Hintergrund ist ungenauer ausgeführt, was darauf schließen lässt, dass das Bild unvollendet ist. Mit einem aufwendig produzierten Film, in dem verschiedene Experten zu Wort kommen, leitet die Stiftung ihre groß angekündigte Präsentation der bereits bekannten "Isleworth Mona Lisa" in Genf ein.

Unter Blitzlichtgewitter wird ein schwarzer Samtvorhang gelüftet, dahinter ein größeres Bild als das bekannte mit dem selben schönen Gesicht. "Heute wird die Authentizität von Gemälden häufiger durch neue Technologien bewiesen als von Expertenmeinungen", sagt Stiftungspräsident Markus Frey.

Denn das Bild löste schon 1913 unter Kunsthistorikern keine langfristigen Begeisterungsstürme aus. Ein Sammler fand es in einem englischen Landhaus, die Gegend gab dem Bild den Namen. Der britische Kunstliebhaber Henry Pulitzer kaufte 1962 das Gemälde und brachte es in die Schweiz, wo es über 40 Jahre in einem Safe war. Nach seinem Tod übernahm 2008 ein internationales Konsortium das Bild.

2011 gründete das Konsortium die Stiftung, deren Zweck es ist, zu beweisen, dass da Vinci zwei Versionen des Porträts Mona Lisa erschuf und die "Isleworth Mona Lisa" die Echte ist. Für Experten ein wissenschaftlich nicht ganz lupenreines Unterfangen. Zudem ist das Stiftungsratmitglied David Feldman zugleich Besitzer des Bildes, wie die Stiftung selbst im Film angibt.

Für den emeritierten Professor für Kunstgeschichte an der Universität von Oxford, Martin Kemp, ist damit die Sache klar: Die Stiftung wolle vermutlich mit dem Werk schlicht Geld verdienen. "Leonardo da Vinci war ein Genie und die Person, die das Bild gemalt hat, war es nicht", sagte er.

Quelle: APA

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