Haus der Musik eröffnet "virto-stage"

Foto © APA
Passivität ist nun auch für Opernbesucher passe - zumindest im Haus der Musik in Wien. Die dürfen nämlich künftig selbst das Geschehen mitbestimmen. Mit der virtuellen Bühne "virto-stage" wurde am Mittwoch eine neue interaktive Attraktion präsentiert. Bilder und Musik sind durch Gesten steuerbar, was durch ein diffiziles technisches System ermöglicht wird.
Die virtuelle Bühne befindet sich im vierten Stock des Klangmuseums. Sie besteht aus einem Raum mit großer Leinwand und Rängen für das Publikum. Wobei Publikum relativ ist: Denn jeder Besucher kann gleichzeitig auch mitmachen. Stellt er sich in die Mitte des Raumes, wird er zum Akteur. Durch seine Bewegungen beeinflusst er das Bühnengeschehen.
Was konkret bedeutet: Sein Tun wird von Sensoren erfasst. Er steuert damit den Ablauf der eigens für die virto-stage komponierten Oper namens "zeitperlen". Diese wurde vom Medienkünstler und Regisseur Johannes Deutsch entwickelt. Die Musik stammt von den Komponisten Nick und Clemens Prokop. Mitgewirkt haben auch Mitglieder der Wiener Philharmoniker sowie die Sopranistin Natalia Ushakova.
Die Szenen des Stücks spielen auf der Glasveranda der Villa einer Opernsängerin namens Celeste. Die Veranda weitet sich im Laufe der Handlung zur Kulisse eines imaginären Theaters. Die visuelle Erscheinung oder die Intensität der Musik wird durch die Intensität der Bewegungen des menschlichen Akteurs beeinflusst. Damit wird das Werk durch die jeweiligen Teilnehmer interpretiert.
An drei Stellen kann der Fortlauf der Handlung bestimmt werden, wie Johannes Deutsch im Gespräch mit der APA erzählte: "Man kann den Plot variieren." Nur auf eines wird in der Oper verzichtet: auf Sprache. Was nicht zuletzt den Vorteil hat, dass auch fremdsprachige Touristen am virtuellen Geschehen teilnehmen können, wie betont wurde. Ein richtiges oder falsches Eingreifen gebe es nicht, wurde versichert.
Die virto-stage wird bei der Langen Nacht der Museen am 6. Oktober erstmals für das Publikum zugänglich sein. Künftig gibt es sogar zwei Bühnen. Denn direkt daneben wird ab Dezember eine weitere baugleiche Stage eröffnet: Sie wird ein interaktives Erlebnis speziell für Kinder bieten. Allerdings, so wurde heute versichert, sind auch im Opernraum Kids gerne gesehen.















