Hollywood findet die Lösungen in der Verflachung
Meryl Streep und Tommy Lee Jones vermögen David Frankels Komödie über ein in Routine erstarrtes Eheleben auch nicht zu retten.
D ie Kinder sind längst aus dem Haus, und es scheint so zu sein, dass Kay (Maryl Streep) und Arnold (Tommy Lee Jones) die Altvorderen der Sippschaft sind. Er: beruflich erfolgreicher Buchhalter. Sie: im traditionellen Rollenfach der Hausfrau gefangen, mit einem kleinen Nebenjob in einer Boutique.
Die in die Jahre gekommenen Eheleute biegen routiniert und überraschungsfrei den Alltag herunter. Als Kay eines Abends ihrem grummeligen Angetrauten zärtliche Avancen hinsichtlich einer Liebesnacht macht, stellt er sich blöd. Für ihn, den Mittsechziger, scheint sich das Thema Sexualität erledigt zu haben. Für die vielleicht ein paar Jahre jüngere Kay hingegen scheint der derzeitige erregungslose Zustand nicht das Gelbe vom Ei zu sein.
Getrenntes Schlafzimmer, gemeinsames Frühstück, etliche Minuten Small Talk. Das soll wirklich alles gewesen sein?, fragt sich Kay. Ein kurzer Austausch mit ihrer Arbeitskollegin, ein kleiner Abstecher in die Buchhandlung, Abteilung Eheratgeber. Und da springt ihr ein einschlägiges Buch mit dem verheißungsvollen Titel "Sie können die Ehe führen, die Sie haben wollen" ins Auge. Zum Verheiratetsein gehören aber zwei, und da beginnt Kays Problem. Ihr Göttergatte ist um nichts in der Welt zu einer Paartherapie bei dem vom Buchcover herunterlächelnden Psychologen Dr. Edward Feld (Steve Carell) zu haben.
Kay greift ihre finanziellen Reserven an, bucht für sich und ihren unwilligen Mann eine Therapiewoche beim Ratgeberautor. Sollte Arnold sich weigern mitzukommen, wird sie nicht mehr in den ehelichen Haushalt zurückkehren. Ihr ist es ernst, aus der unbefriedigenden Situation auszubrechen.
Was von der Grundstruktur ein spannender Familienfilm über das schleichende Gift der Alltagsroutine sein könnte, vergeigt Regisseur David Frankel ("Der Teufel trägt Prada") durch die zeitweise ärgerliche Verflachung des Themas. Tommy Lee Jones und Meryl Streep lassen mit ihrem Spiel aber ahnen, was möglich gewesen wäre. HHIII















