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Zuletzt aktualisiert: 18.09.2012 um 19:08 UhrKommentare

Protest gegen Cardins Lichtpalast in Venedig

Protest gegen die Pläne des Modemachers Pierre Cardin, der in Venedig einen Lichtpalast errichten will. Aus einem Renaissance-Palazzo soll ein Megastore werden. Cardin will die Stadt um eine "symbolische Form" bereichern.

Pierre Cardin präsentiert die Pläne seines "Palais Lumiere" in Venedig

Foto © AP Pierre Cardin präsentiert die Pläne seines "Palais Lumiere" in Venedig

"Die ganze Stadt ist ein architektonisches Meisterwerk." So begründete die Unesco vor 25 Jahren die Aufnahme Venedigs in ihre Liste des Weltkulturerbes. Zu den Bauwerken vergangener Jahrhunderte könnte nun mit einem vom Modedesigner Pierre Cardin entworfenen Lichtpalast (Palais Lumiere), mit dessen Bau auf dem Gelände eines einstigen Chemiekonzerns in Porto Marghera in Venedig noch diesen Herbst begonnen werden soll, ein markantes Beispiel zeitgenössischer Architektur hinzukommen.

Die Umsetzung von Großbauprojekten in der "Serenissima" ist allerdings problematisch. Das bewiesen die Pläne der Benetton-Gruppe, aus einem Renaissance-Palazzo einen Megastore zu machen. Pierre Cardin argumentiert allerdings, die Stadt um eine "symbolische Form" bereichern zu wollen. Über die Ästhetik dieser Form ist nun allerdings ein heftiger Streit entbrannt. Was manche innovativ finden, halten andere für übertrieben. Das Problem ist besonders die Höhe des geplanten Gebäudes. Mit 245 Metern wäre es mehr als doppelt so hoch wie der Campanile auf dem Markusplatz. Und auch wenn das Grundstück fernab des Zentrums liegt, würde das "Palais Lumiere" die Skyline Venedigs deutlich verändern. Geht es nach Cardin, soll sein Palast binnen vier Jahren stehen, modernsten Umweltstandards entsprechen und unter anderem ein Bildungszentrum für Mode und Design sowie ein Hotel beherbergen. Der venezianische Kunsthistoriker Tomaso Montanari führt die große Gegnerschaft des "Palais Lumiere" an. "Cardin will in Venedig ein Zeichen hinterlassen. Doch sein Turm ist etwas für Scheichs, die immer höhere Wolkenkratzer bauen, um ihren Reichtum zur Schau zu stellen. Das ist nichts für Venedig", erklärte Montanari. Befürwortet wird das Projekt vom Präsidenten der Region Veneto, Luca Zaia. "Das wird der Eiffelturm von Venedig sein", sagt er. Auch Rodrigo Basilicati, Mitarbeiter und Neffe Cardins, verteidigt das Projekt. Schließlich sei auch der Eiffelturm anfangs sehr umstritten gewesen.


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